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29.01.2011

Angriff auf „Beluga Nomination“ dramatischer als bislang bekannt

Bremen – Der Piratenangriff auf die „Beluga Nomination“ der Bremer Beluga-Reederei verlief weitaus dramatischer als bislang bekannt. Dies berichtet der „Spiegel“. Somalische Piraten hatten den Frachter am Samstag vor einer Woche rund 700 Kilometer nördlich der Seychellen im Indischen Ozean gekapert. Am Mittwoch dann erreichten ein dänisches Kriegsschiff und ein Patrouillenboot der Seychellen die „Nomination“. Nach Informationen von Sicherheitsexperten der Bundesregierung waren es die Männer von den Seychellen, die schließlich das Feuer auf die Piraten eröffneten. Sie töteten einen oder zwei der Seeräuber, auch zwei Männer der Besatzung starben offenbar. Mehreren anderen Matrosen gelang es, in das sogenannte Freifallrettungsboot am Heck des Frachters zu flüchten, damit katapultierten sie sich ins Meer.

Am Tag danach stoppten die Maschinen der „Nomination“, Insider mutmaßen, die Piraten hätten wohl den sogenannten Tagestank leergefahren. Aber wenige Stunden später kam den Seeräubern das neue Piraten-Mutterschiff „York“ zu Hilfe, ein kürzlich entführter Gastanker. Danach gingen beide Schiff auf Kurs Richtung Somalia. Am gestrigen Freitag entführten somalische Piraten gegen neun Uhr morgens ein weiteres deutsches Schiff, die „New York Star“ der Hamburger Reederei CST. Die Mannschaft flüchtete ebenso wie zunächst die der „Beluga Nomination“ in einen Sicherheitsraum, der Reeder hat keinen Kontakt mehr zu seinem Schiff.

Dass die Piraten rauer agieren, zeigt jetzt der Fall des deutschen Schiffs „Marida Marguerite“. Der Chemietanker wurde im Mai entführt und erst vor rund fünf Wochen gegen Lösegeld freigelassen. Inzwischen haben deutsche Fahnder die Crew vernommen, die Seeleute berichteten von massiver Folter. Manche mussten demzufolge bis zu 40 Minuten nackt in der Gefrierkammer des Schiffes ausharren, sie wurden geprügelt und mit Kabelbindern um die Genitalien gefoltert. Es gab Scheinhinrichtungen, und ab und zu stülpten ihnen die Piraten Plastiktüten über den Kopf, „bis kurz bevor sie erstickten“, so ein Behördenbericht.

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