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Angeklagte Brasilianerin weist Vorwürfe zurück

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27.03.2012

VW-Affäre Angeklagte Brasilianerin weist Vorwürfe zurück

Prozess am Amtsgericht Wolfsburg begonnen.

Wolfsburg – Sieben Jahre nach dem Skandal um Spesenbetrug und Sex-Reisen bei Volkswagen hat die Ex-Geliebte des früheren Betriebsratschefs Klaus Volkert vor Gericht alle Vorwürfe gegen sie zurückgewiesen. Der Anwalt der 47 Jahre alten Brasilianerin Adriana Barros sagte am Dienstag vor dem Amtsgericht Wolfsburg, seine Mandantin wolle in dem Prozess “vollkommene berufliche und persönliche Rehabilitation” erreichen. Die Fernsehmoderatorin packte pikante Details aus der Beziehung zu Volkert aus.

Barros, die für die Verhandlung aus Brasilien anreiste, wird Beihilfe zur Untreue zulasten von VW vorgeworfen. Sie soll mit nicht erfüllten Verträgen und durch Privatreisen auf VW-Kosten dabei geholfen haben, den größten Autohersteller Europas um rund 350.000 Euro zu schädigen. Ihr Anwalt Hans-Joachim Gerst wies die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück.

Barros erklärte, sie habe für die von VW eingestrichenen Honorare Filme abgeliefert und die Filmkassetten Volkert überreicht. Zu den Reisen habe Volkert sie stets eingeladen. “Wir haben eine Beziehung geführt, die sieben Jahre gedauert hat”, sagte Barros über die Zeit vom Kennenlernen 1998 bis 2005, als der Skandal aufflog.

Volkert habe nach seinem Rücktritt Mitte 2005 per E-Mail Schluss gemacht, sagte seine Ex-Geliebte. Die Beziehung sei aber schon zuvor aufgeflogen. “Volkerts Frau fand eine Bordkarte mit meinem Namen in seinem Jackett”, sagte die Brasilianerin, die Volkert auf vielen Reisen begleitet hatte.

Die Staatsanwaltschaft vertrat die Ansicht, der einst mächtige Betriebsratschef habe seiner Geliebten VW-Aufträge in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro zugeschanzt, ohne dass es echte Gegenleistungen gegeben habe. Der damalige Personalvorstand Peter Hartz “ließ sich auf Scheinverträge ein, weil er sich das Wohlwollen von Volkert erkaufen wollte”. Abgerechnet wurden die Summen demnach über eine geheime Kostenstelle von Hartz.

Laut Staatsanwalt Daniel Facca betrug der Schaden für VW 253.000 Euro wegen der Scheinverträge und 104.000 Euro für die Privatreisen rund um die Welt. Das Gericht hatte ursprünglich per Strafbefehl eine Bewährungsstrafe von einem Jahr gegen die Frau verhängt, dem sie widersprach.

Volkert war im Februar 2008 zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Gericht befand ihn der Beihilfe und Anstiftung zur Untreue für schuldig. Hartz, der die Spesen und Rechnungen am Ende auszahlen ließ, erhielt wegen Untreue zwei Jahre Haft auf Bewährung und musste 576.000 Euro zahlen. Beide verloren ihre Jobs.

In der Affäre um Lustreisen und Betrugsversuche gab es 14 Beschuldigte. Volkert und andere Betriebsratsmitglieder hatten Privatausgaben als Spesen abgerechnet. Außerdem besuchten Betriebsräte auf VW-Kosten Bordelle. Zudem bekam Volkert von Hartz ungerechtfertigte Sonderboni in Millionenhöhe. Volkert musste als einziger der Beschuldigten tatsächlich ins Gefängnis.

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