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Andre Greipel siegt dank Mehdi Sohrabi

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25.01.2012

WorldTour Andre Greipel siegt dank Mehdi Sohrabi

Iraner war durch wirre Regularien so viel Wert wie Damiano Cunego und verhalf Lotto zur Lizenz.

Leipzig – Seine drei Etappensiege beim Saisonauftakt in Australien hat Andre Greipel seinem Teamkollegen Medhi Sohrabi zu verdanken. Der kleine Iraner mit den beachtlichen Geheimratsecken musste dafür allerdings nicht einen Meter auf seinem Rennrad zurücklegen. Und es ist fraglich, ob der bisher in der drittklassigen Asien-Tour fahrende 30-Jährige es jemals bei einem großen Rennen wie der Tour Down Under tun wird.

Hätte Sohrabi allerdings keinen Vertrag beim Lotto-Team unterschrieben, wäre Greipel wohl gar nicht erst nach Australien gereist. Denn letztlich waren es Sohrabis Erfolge in Asien, die Lotto in der nur schwer zu durchschauenden Rangliste des Weltverbandes UCI die nötigen Punkte und damit die Lizenz für die WorldTour sicherten.

“Manchmal muss man eben etwas schlauer sein als die Konkurrenz”, sagt Lotto-Teamchef Marc Sergeant. Er freut sich diebisch über den Coup mit Sohrabi. Die Lizenzierungspolitik der UCI, deren Kriterien der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung gestellt werden, treibt merkwürdige Blüten.

Der Weltverband fordert, dass Mannschaften in jedem Rennen aggressiv um den Sieg fahren und sich nicht auf wenige Höhepunkte konzentrieren. Um das zu erzwingen, haben die von den Fahrern gesammelten Punkte einen hohen Wert bei der Lizenzvergabe. Im Endeffekt führte dies dazu, dass Sohrabi in etwa der gleiche sportliche Wert wie Damiano Cunego attestiert wurde. Der Italiener wurde immerhin Siebter der Tour de France.

Sohrabi ist in diesem Jahr kein Exot. Sein Landsmann Amir Zargari, im Vorjahr hinter Sohrabi und dem Usbeken Muradjan Chalmuratow Dritter der Asien-Tour, hat dem französischen Team AG2R mit seinen Punkten ebenfalls zur Lizenz der höchsten Kategorie verholfen. “Es ist der politische Wille der UCI, Fahrer aus aufstrebenden Ländern nach Europa zu locken”, sagt Vincent Lavenu.

Der Teamchef macht keinen Hehl daraus, dass Zargari wohl nur bedingt einsetzbar ist. “Es ist ein Glücksspiel”, sagt der Franzose. “Er wird für ein paar Perioden von je anderthalb Monaten nach Europa kommen. So kann er regelmäßig seine Familie sehen.” Bei der derzeit ausgetragenen Tour de San Luis in Argentinien – einem bestenfalls zweitklassigen Etappenrennen – war für Zargari kein Platz im Team.

Daniel Teklehaymanot ist ebenfalls noch ohne Einsatz für sein neues Team GreenEdge. Dennoch bemühen sich die Chefs des erst im Herbst gegründeten australischen Rennstalls, das Talent des jungen Mannes aus Eritrea zu loben. Dass Teklehaymanot im vergangenen Jahr Zweiter der Afrika-Tour war, dürfte bei den Vertragsverhandlung allerdings ein gewichtiges Argument gewesen sein.

Von dem Trio wird der 23-Jährige vermutlich der Einzige sein, der in den europäischen Rennen für Top-Ergebnisse sorgen kann. Bei der Tour de l’Avenir – dem wichtigsten Etappen-Rennen der U23, in deren Siegerliste Namen wie Laurent Fignon und Miguel Indurain zu finden sind – belegte er vor drei Jahren Platz sechs.

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