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08.01.2015

"Analytisches Spiel" Uber verteidigt Untersuchung zu One-Night-Stands

„Das ist Teil der Aktivität, die Uber machen muss und wird.“

Berlin – Der Deutschlandchef des umstrittenen Fahrtenvermittlers Uber, Fabien Nestmann, verteidigt im Interview mit Panorama (ARD) und der Berliner Zeitung die Analyse von One-Night-Stands der Nutzer des Fahrtenvermittlers. Er bezeichnet eine Auswertung von Nutzerdaten hinsichtlich solcher sexuellen Kurzvergnügungen als „analytisches Spiel“ und verteidigt die umfangreiche Sammlung von Nutzerdaten.

In einem inzwischen gelöschten Blogpost hatte Uber detailliert berichtet, wie die Datenexperten des Konzerns in den USA Fahrgäste herausgefiltert hatten, die eine Fahrt zwischen 22 Uhr abends und 4 Uhr nachts buchten und dann eine weitere Fahrt in einem Radius von etwa 160 Metern des Absetzungspunktes vier bis sechs Stunden später anforderten.

Aufgrund der ermittelten Daten, wann und wo danach Nutzer One-Night-Stands hatten, veröffentlichte Uber dann Karten von New York, San Francisco und anderen US-Städten, in denen die Bezirke mit besonders vielen One-Night-Stands rot eingefärbt wurden.

Uber-Deutschlandchef Fabien Nestmann verteidigt das Vorgehen im Interview mit Panorama (ARD) und der Berliner Zeitung: „Man kann aus sämtlichen Auswertungen Rückschlüsse ziehen, die helfen können, das Angebot zu verbessern. Das ist Teil der Aktivität, die Uber machen muss und wird.“

Gelöscht werden die Nutzerdaten Nestmann zufolge nur, wenn ein Nutzer Uber dazu explizit auffordert. Die Sammlung der Nutzerdaten ist dem Uber-Deutschlandchef zufolge „Teil des Konzeptes“ des Fahrtenvermittlers, in den die Risikokapitalabteilung von Google mehr als eine Viertelmilliarde US-Dollar investiert hat. Künftig werde man sich allerdings darauf konzentrieren „sinnvolle Auswertungen zu machen.“

Uber-Deutschlandchef Fabien Nestmann äußert sich im Interview mit ARD-Panorama und der Berliner Zeitung auch zu dem Vorschlag eines US-amerikanischen Uber-Managers, eine Million US-Dollar auszugeben, um acht Personen einzustellen, die Dreck über Uber-kritische Journalisten ans Tageslicht bringen würden. Diese Idee war bei einem Abendessen in den USA vorgetragen, aber später wieder zurück genommenen worden.

Dazu sagte Nestmann, dass diese Aussage „nicht besonders intelligent“ gewesen sei. „Uber ist nicht daran gelegen, Daten über irgendjemanden zu sammeln oder irgendjemanden in Misskredit zu bringen.“

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