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Stanislawski in Hoffenheim entlassen

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09.02.2012

Amtlich Stanislawski in Hoffenheim entlassen

Babbel angeblich Nachfolger.

Hoffenheim – Holger Stanislawski ist als Trainer des Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim entlassen worden. Das teilte der Verein einen Tag nach der 0:1-Niederlage im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth mit. Der Nachfolger soll möglicherweise schon morgen vorgestellt werden. Laut dapd-Informationen handelt es sich dabei um Markus Babbel, der in der Winterpause – ausgerechnet nach dem Spiel in Hoffenheim – nach einer wochenlangen Posse um eine eventuelle Vertragsverlängerung bei Hertha BSC entlassen worden war. Offiziell bestätigen will das noch niemand.

“Wir schätzen Holger Stanislawski als Menschen und als fachkundigen Trainer. Doch nach einem langen, konstruktiven Gespräch mit ihm sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass es besser ist, die Zusammenarbeit im Interesse aller Beteiligten zu beenden. Die jüngsten sportlichen Entwicklungen waren hierfür sicherlich ausschlaggebend”, sagte Manager Ernst Tanner.

Ein Sieg aus den vergangenen zehn Bundesligaspielen, dazu das Aus gegen den Zweitligisten Greuther Fürth im Pokal am Mittwoch waren zu viel für die Klubführung. Reflexartig entfernten sie das schwächste Glied in der Kette einer Profimannschaft. Neben Stanislawski wurden auch die Co-Trainer Andre Trulsen und Klaus-Peter Nemet entlassen. “Wir sind alle sehr enttäuscht. Stani war vom Typ her ein super Trainer, der immer ein offenes Ohr hatte”, sagte Hoffenheims Kapitän Andreas Beck.

Gescheitert ist Stanislawski an der Ungeduld der Klubführung. Dem eingeleiteten Sparkurs fielen viele Leistungsträger zum Opfer. Demba Ba (inzwischen in Newcastle), Chinedu Obasi (an Schalke 04 ausgeliehen), Vedad Ibisevic (VfB Stuttgart) und Gylfi Thor Sigurdsson (ausgeliehen an Swansea City) haben den Verein verlassen. Die Ansprüche wurden aber – wie so oft – nicht nach unten korrigiert.

Hoffenheimer Fans verärgert

Mäzen Hopp hatte seinen Trainer dann Anfang der Woche in einem Interview mit der Rhein-Neckar-Zeitung angezählt. “Keine Linie” sei bei Stanislawski zu erkennen, sagte der Milliardär. Da war schon klar, wo die Reise hingehen würde. Mannschaft und Fans haben sich zuletzt mit dem Trainer solidarisiert. “Wir wollten die Situation mit einem Sieg beruhigen, das ist uns leider nicht gelungen”, sagte Kapitän Andreas Beck nach der Partie gegen Fürth.

Die Fans hatten “Pro-Stani”-Plakate hochgehalten und beim Verlesen der Aufstellung allen Spielern lautstark den Nachnamen “Stanislawski” gegeben. Es klang wie ein Abschied und kam zu spät. “Die unverständliche Entscheidung bedient jedes negative Vorurteil, das bezüglich Hoffenheim in der Welt ist. Wir vermissen jegliche demokratische Strukturen im Verein, die sportliche Leitung lässt sich zu Spielbällen machen”, sagte Thomas Schmitz-Günther, Sprecher des Fanverbandes “Supporters Hoffenheim” der dapd.

Auch Manager Tanner steht unter Druck. Zwei Trainer hat er seit der Trennung von Ralf Rangnick geholt. Beide blieben kein Jahr. Tanners Verhältnis zu Hopp gilt als angeschlagen. Schon bei der Verpflichtung von Srdjan Lakic vom VfL Wolfsburg soll es zum Streit gekommen sein. Und auch bei der Diskussion über die Stanislawski-Nachfolge waren sich die beiden uneins.

Hopp soll Tanner nach dapd-Informationen aufgefordert haben, Gespräche mit Babbel aufzunehmen, der Manager hingegen eher Hoffenheims A-Jugend-Trainer Alfons Higl favorisieren. Diesen wollte er schon inthronisieren, ehe Hoffenheim dann den damaligen DFB-Trainer Marco Pezzaiuoli im Januar 2011 verpflichtete.

Nun deutet aber alles auf Markus Babbel hin. Ihm wurde bei Hertha BSC ein gutes Zeugnis ausgestellt. Woran er bei den Berlinern scheiterte ist weiterhin unklar. Fest steht nur, dass es keine sportlichen Gründe waren. Möglicherweise wird er schon morgen in Hoffenheim vorgestellt.

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