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Amazon Fresh

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04.05.2017

"Amazon Fresh" Verbraucherschützer sehen Risiken für Mitbewerber

„Für den Kunden zunächst praktisch, verringert dies langfristig den Wettbewerb.“

Berlin – Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) sieht durch den Start von „Amazon Fresh“ im deutschen Lebensmittel-Markt einerseits Vorteile für die Konsumenten, andererseits aber auch Risiken für Mitbewerber.

„Die Stärkung von kleineren Anbietern über einen Onlinemarktplatz könnte den stark konzentrierten Lebensmittelmarkt in Deutschland aufmischen“, schreibt die Handelsexpertin des VZBV, Linn Selle, in einem Beitrag für das „Handelsblatt“. Derzeit verfügten die großen vier Player im stationären Lebensmitteleinzelhandel über einen Marktanteil von 85 Prozent. „Die Etablierung und das Wachstum neuer digitaler Player ermöglicht es, die starke Marktposition der `big four` anzugreifen – das ist langfristig gut für Verbraucher und auch für Produzenten.“

Die Entwicklung müsse jedoch genau beobachtet werden. Denn mit seinem Amazon-Prime-Dienst bündele der Onlineriese schon heute seine vielfältigen Dienstleistungen – vom Streaming-Dienst bis zum Premium-Lieferservice – und binde so Kunden an sich. „Für den Kunden zunächst praktisch, verringert dies langfristig den Wettbewerb, da der Wechsel zu anderen – vielleicht günstigeren, aber weniger breit aufgestellten – Anbietern erschwert wird“, schreibt Selle.

Gleichwohl bringe der Wandel des Lebensmittelmarktes durch Digitalisierung Vorteile für Verbraucher mit sich. „Neben der weiteren Individualisierung und Regionalisierung des Lebensmitteleinkaufs bietet der Einstieg von Amazon Fresh damit auch die Chance, den Weg zwischen Herstellern und Kunden zu verkürzen“, erläuterte die VZBV-Expertin. Im Vereinigten Königreich, wo „Amazon Fresh“ seit Mitte 2016 aktiv ist, könnten Verbraucher beispielsweise gezielt Produkte von lokalen Herstellern über die Plattform kaufen.

Um jedoch zu gewährleisten, dass diese Vielfalt auf Dauer erhalten bleibe, müssten „Konzentrationstendenzen im digitalen Markt“ früh erkannt werden, betonte Selle. „Systeme müssen von Anfang an so entwickelt werden, dass Verbraucher nicht unumkehrbar von einzelnen Anbietern abhängig werden (sogenannte `Lock-In`-Effekte) und digitale Monopole verhindert werden.“

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