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Am Tiefpunkt

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26.02.2012

1. FC Kaiserslautern Am Tiefpunkt

Kaiserslauterns Trainer Marco Kurz sieht sich als Verantwortlicher der Derby-Niederlage gegen Mainz.

Mainz – Die Lauterer Fans hatten bereits nach dem dritten Gegentor genug. „Wir haben die Schnauze voll“, skandierten die vielen mitgereisten Pfälzer Anhänger, und das noch in der ersten Halbzeit. Ein Aufbäumen ihres Teams erreichten sie damit aber nicht.

Sang- und klanglos verlor der 1. FC Kaiserslautern das Rheinland-Pfalz-Derby gegen den FSV Mainz 05 und rutschte durch das 0:4 erstmals seit dem fünften Spieltag auf einen Abstiegsplatz.

Gespräche mit dem enttäuschten Anhang nach Abpfiff trugen nicht zur Entspannung bei. Unmittelbar nach dem Spiel kam es nach einem Motorradunfall eines Polizisten und der dadurch bedingten Straßensperre zu Auseinandersetzungen zwischen Kaiserslauterer und Mainzer Fans. Die in mehreren Bussen sitzenden Anhänger des 1. FC Kaiserslautern seien von Mainzer Anhängern provoziert worden.

Auch am Tag nach der herben Pleite hatten sich die Lauterer Gemüter noch nicht beruhigt. „Schämt euch“, stand auf einem der Plakate, das von einigen der gut 100 Fans am Sonntagvormittag während des FCK-Trainings hoch gehalten wurde. Zwischendrin verirrten sich auch „Wir sind Lauterer und ihr nicht“-Rufe.

„Ich kann verstehen, dass sie brutal enttäuscht sind“, sagte Verteidiger Mathias Abel bereits am Samstagabend. Trainer Marco Kurz ergänzte: „Wenn man keine Leistung bringt, darf man sich auch mal beschimpfen lassen.“ Kaiserslautern war in dem Spiel bereits in der zweiten Spielminute durch ein Tor von Mohamed Zidan auf die Verliererstraße geraten. Damit ist der Ägypter der erste Bundesliga-Profi, der als Winterneuzugang in den ersten vier Spielen auch jedes Mal getroffen hat.

Kaiserslautern ist mit nun zehn Gegentoren in der Anfangsviertelstunde weiterhin der schlechteste Starter der Liga. Fast wären es elf gewesen, Adam Szalai baute mit seinem ersten Tor seit Dezember 2010 jedoch „erst“ nach 17 Minuten die Führung aus. „Wir sind wieder kalt erwischt worden“, sagte Trainer Marco Kurz. Nicolai Müller erzielte nach einer halben Stunde die Vorentscheidung, den Endstand durfte Eric Maxim Choupo-Moting mit seinem siebten Saisontreffer herstellen.

Während die Mainzer weiter in Richtung Mittelfeld streben, ist Kaiserslautern auf einem Abstiegsplatz angekommen. „Für uns natürlich ein absoluter Tiefpunkt in der Zeit, wo ich hier bin“, sagte Tuchels Kollege Marco Kurz. Kaiserslautern war den agilen Mainzern in allen Belangen unterlegen. „Man hat gesehen, dass wir aktuell heute nicht die Qualität hatten, das Spiel offener zu gestalten“, sagte Kurz. Und dann fiel ein Satz, wie ihn Holger Stanislawski am Ende seiner Amtszeit in Hoffenheim so ähnlich gesagt hatte: „Ich habe die absolute Verantwortlichkeit, diesbezüglich hat der Trainer heute einen schlechten Job gemacht“, sagte Kurz und stellte sich damit erstmals selbst infrage. Stanislawski wurde kurz danach durch die Vereinsführung von seinen Aufgaben entbunden.

Die Mannschaft findet nicht zusammen. Es gelangen erst drei Siege, einer davon in der Hinrunde gegen Mainz. Anders als in Mainz zünden die Neuverpflichtungen der Winterpause nicht. Die Leistungsträger Ivo Ilicevic (Hamburger SV) und Srdjan Lakic (mittlerweile Hoffenheim) haben den Verein vor der Saison verlassen, der verbliebene Christian Tiffert steht komplett neben sich. Auch, weil Kurz ihn mal im offensiven Mittelfeld spielen lässt, mal zentral, mal defensiver, gegen Mainz auf der linken Seite. Kurz wechselte ihn zur Halbzeit aus.

„Ich habe mich nicht als schlechtesten Spieler gesehen“, sagte Tiffert und fügte hinzu: „Es ist scheißegal, wen man heute ausgewechselt hätte. Die Art und Weise der Niederlage war eine Katastrophe.“ Ähnlich sah es auch der FCK-Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz: „Wie wir heute aufgetreten sind, können wir nicht tolerieren. Daran ist aber nicht der Trainer alleine Schuld.“

Der Ex-Profi stellte sich hinter den Coach: „Wir werden über den Trainer nicht nachdenken. Nach dem, was wir ihm zur Verfügung stellen, ist es keine Überraschung, das wir im Tabellenkeller stehen.“ Es klang wie eine Offenbarung. Trotz dieser bitteren, aber treffenden Umschreibung will Marco Kurz die Flinte nicht ins Korn schmeißen und kündigte Konsequenzen an: „Es wird relativ unangenehm werden in den nächsten Tagen.“

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