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Altes Kind der Bundesliga vor der Rückkehr

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18.02.2012

Otto Rehhagel Altes Kind der Bundesliga vor der Rückkehr

Otto Rehhagel ist für die größten Fußball-Sensationen der letzten 15 Jahre verantwortlich.

Berlin – In den letzten Tagen des Jahres 2004 räumte das griechische Staatsfernsehen seine wichtigsten Programmplätze frei für Fußball. Zur Primetime gezeigt wurden jedoch keine Live-Spiele, sondern noch einmal alle griechischen EM-Partien des Sommers in voller Länge, jene sechs Spiele, in denen sich der 100:1-Außenseiter Europas Fußball unterworfen hatte.

Mit enormen Quoten. Alle wollten noch mal sehen, was immer noch niemand glauben konnte. Griechenland war wirklich Europameister. Es war ein Märchen Marke Otto Rehhagel.

Zuvor war angenommen worden, die Meisterschaft mit Aufsteiger Kaiserslautern 1998 sei nicht mehr zu übertreffen. Dagegen mutet die Aufgabe, Hertha BSC zum Klassenerhalt zu führen, mit der die Berliner den mittlerweile 73-Jährige nun betrauen wollen, vergleichsweise einfach an.

Das selbst ernannte “Kind der Bundesliga” würde damit zurückkehren zum Ursprung. In Berlin ging schließlich alles los für den gebürtigen Essener. Am 24. August 1963 verteidigte Rehhagel für Hertha gegen den 1. FC Nürnberg die rechte Seite. Das erste Bundesligaspiel für den Spieler wie für den Klub.

Eine Fußball-Ewigkeit später kreuzen sich die Wege wohl wieder. Bis September 2000 hat Rehhagel 820-mal in Deutschlands höchster Liga auf der Trainerbank gesessen, dazu kommen 201 Spiele als Aktiver. 1.021 Bundesliga-Spiele, nur zum Vergleich: Hertha BSC kommt zusammen mit dem Spiel gegen Borussia Dortmund am Samstag auf 1.000.

Rehhagel kehrt damit auch zurück zu seinen Wurzeln als “Feuerwehrmann”. Sechs Vereine in acht Jahren: Bevor er 1981 seine zweite, insgesamt 14 Jahre währende Amtszeit bei Werder Bremen begann, war Rehhagel einer von vielen Getriebenen des Geschäfts und handelte sich 1978 nach der historischen 0:12-Niederlage mit Dortmund gegen Mönchengladbach gar den Spitznamen “Torhagel” ein.

Mit Fortuna Düsseldorf wurde er 1980 zwar DFB-Pokalsieger, aber ein halbes Jahr später gefeuert. Das sollte ihm später nur noch ein weiteres Mal passieren, 1996 beim FC Bayern München. Anfang Oktober 2000 trat er jedoch auch in Kaiserslautern vorzeitig zurück, gekränkt von der anhaltenden öffentlichen Kritik.

Die begleitete auch seine Triumphe. Hämisch wurde seine Entscheidung kommentiert, in Griechenland nach der Jahrtausendwende den Libero wieder einzuführen. Rehhagel selbst kümmerte das wenig, getreu seines Mantras: “Mach das, was du selbst für richtig hältst. Nicht das, was andere wollen.”

Mit eigenwilliger Taktik überraschte er ganz Europa und krönte sich selbst zum König der Hellenen, Ehrung zum “Griechen des Jahres” inbegriffen. Sein deutsch-griechischer Co-Trainer Ioannis Topalidis beschrieb das Wunder von Portugal später so: “All die Jahre sind immer Mannschaften Welt- und Europameister geworden, die eine Geschichte hatten. Aber wir kamen aus dem Nichts. Von null auf tausend.”

Eine Beschleunigung, die auch die Berliner Hertha gebrauchen kann. Rehhagel selbst hat das fortgeschrittene Rentenalter als zu langsam empfunden. Nachdem er bei der Nationalmannschaft Griechenlands nach der WM 2010 aufhörte, liebäugelte er schon einmal mit der Rückkehr in die Bundesliga. Als Schalke nach der Trennung von Felix Magaths im März 2011 einen Trainer suchte, reizte Rehhagel diese Aufgabe sehr. 40 Jahre nach seinem Dienstbeginn als Trainer steht er nun in der Bundesliga in Berlin vor einem späten Comeback als “Feuerwehrmann”.

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