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03.04.2010

Alte Bayern-Arroganz nach Sieg mit einem Schlag wieder da

Gelsenkirchen – Die alte Bayern-Arroganz war mit einem Schlag wieder da. „Der FC Bayern ist mit großem Abstand die beste deutsche Mannschaft. Das tut mir leid für alle anderen. Aber eine richtig gute Mannschaft zeichnet eben aus, dass sie auch im Duell der Giganten besteht“, sagte Münchens prächtig gelaunter Präsident Uli Hoeneß nach der Rückeroberung der Tabellenführung durch das 2:1 (2:1) beim bisherigen Spitzenreiter Schalke 04 und dem dritten Big Point in zehn Tagen: „Das zeigen wir Woche für Woche.“

Die viel zitierte Abteilung Attacke war diesmal eher die Abteilung Eigenlob. Glaubt man Hoeneß, muss sich Manchester United für das Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League am Mittwoch warm anziehen: „Immer, wenn es darauf ankommt, sind wir eine Klasse besser als die anderen. Wenn man so eine Schlacht wie gegen Schalke mit zehn Mann gewinnt, gibt das noch einmal Luft.“

Die Siege gegen Manchester (2:1) sowie auf Schalke im Pokal-Halbfinale (1:0 n.V.) und nun auch in der Liga haben den Rekordmeister in allen drei Wettbewerben in eine hervorragende Ausgangsposition gebracht. Die Bayern dürfen auf ihre erfolgreichste Saison hoffen, der „Stern des Südens“ strahlt wieder. „Wir sind oben – wie es sich gehört“, sagte Kapitän Mark van Bommel.

Sein Trainer Louis van Gaal gab unterdessen wieder einmal Rätsel auf. „Das ist unglaublich“, sagte der Niederländer nach dem „Tod oder Gladiolen“-Spiel, ehe seine teilweise recht kuriose Wortwahl für erhebliche Verwirrung sorgte: „Wir müssen jetzt schauen, wo wir den Tod finden.“ Van Gaal meinte damit, so wird zumindest vermutet, dass selbst die Bayern nicht ewig auf der Erfolgswelle schwimmen werden. Obwohl: „Der Geist ist wichtiger als der Körper.“

Derzeit jedenfalls läuft es für die Münchner so richtig rund. Selbst die 50-minütige Unterzahl, verursacht durch eine Dummheit von Hamit Altintop (41.), brachte die Bayern nicht aus dem Konzept. Ein Doppelschlag von Franck Ribery (25.) und des einsatzfreudigen Nationalspielers Thomas Müller (26.) innerhalb von 70 Sekunden war der Schlüssel zum Sieg. Schalke hatte lediglich den 18. Saisontreffer von Kevin Kuranyi zu bieten – und später in Überzahl nicht eine einzige Torchance.

Für die Bayern war das nur ein Grund mehr, nach den erfolgreichen Störmanövern der vergangenen Wochen wie dem recht sinnfreien Rasenstreit und der Diskussion über die Spielweise der Schalker mit extrem breiter Brust aufzutreten. „Das ist ein sehr schöner Tag“, sagte van Gaal und kündigte an, sich ein Glas Rotwein zu gönnen. Der Champagner soll nach dem Bundesliga-Finale am 8. Mai fließen: „Wenn wir nun auch noch bei Bayer Leverkusen gewinnen, können wir damit rechnen, dass wir Meister werden.“

Es waren aber auch wieder etwas moderatere Töne zu hören. „Wir dürfen keine komischen Sachen machen, uns in der Stadt jetzt keine komische Klamotten anschauen. Wir müssen uns nun unsere Ruhe nehmen und die Beine hochlegen“, forderte van Bommel. Shopping ist also tabu, und Bastian Schweinsteiger mahnte: „Das war ein riesiger Schritt, aber es ist noch nicht zu Ende.“

Was beim FC Bayern wie ein Versprechen klang, war für die Schalker der einzige Trost. „Es ist ja noch nichts vorbei“, sagte Abwehrchef Marcelo Bordon, der wie Altintop „Gelb-Rot“ sah (90.+4) und durch seine sechste Ampelkarte mit Bundesliga-Rekordsünder Martin Wagner gleichzog. Schalkes Taktikfuchs Felix Magath musste eingestehen, „dass wir dem Gegner in die Karten gespielt haben. Wir waren zu ängstlich. Und zu vorsichtig“.

Ein Punkt Rückstand ist zwar nicht viel, aber die Versagensangst schien Schalke auch noch nach Abpfiff zu lähmen. Die Spieler schlichen geknickt vom Platz, als sei der Titel schon verloren. „Unser Ziel ist immer noch ein internationaler Platz. Man hat ja gemerkt, dass man keine anderen Ziele in den Mund nehmen darf“, sagte Kuranyi.

Dass van Bommel den Sieg auf Schalke frech als „Pflicht“ bezeichnete („Das war ja wohl das Mindeste“), war ein weiterer Schlag in die Magengrube aller Königsblauen. Doch die Bayern sind ebven obenauf. „Wenn wir klug bleiben, kann es eine gute Saison werden“, sagte Hoeneß und stieg mit einem seligen Lächeln in den Bus.

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