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Als Edelreservist zur Europameisterschaft

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08.03.2012

Cacaus Hoffnung Als Edelreservist zur Europameisterschaft

Der Stürmer sitzt beim VfB Stuttgart seit vier Spielen auf der Bank.

Stuttgart – 73 – 46 – 86 – 76. Claudemir Jeronimo Barreto mag diese Zahlen nicht besonders, dokumentieren sie doch den Zeitpunkt der Einwechslungen des Fußballprofis vom VfB Stuttgart, der sich kurz Cacau nennt. Seit vier Spielen sitzt der einzige aktuelle deutsche Nationalspieler des VfB nun schon draußen, wenn die Partie angepfiffen wird. „Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich hier zum letzten Mal so viele Spiele hintereinander auf der Reservebank saß“, sagt der 30 Jahre alte Stürmer. „Das muss man erst einmal verkraften.“

Dass er die Hoffnung auf eine Rückkehr in die Stammformation von Trainer Bruno Labbadia noch nicht vollends verloren hat, liegt auch an Bundestrainer Joachim Löw. Obwohl das letzte seiner vier Saisontore des gebürtigen Brasilianers in der Bundesliga mehr als vier Monate zurückliegt, durfte Cacau im letzten Testspiel gegen Frankreich mitspielen – und sogar seinen Treffer zum 1:2-Endstand bejubeln. „Ich habe jetzt wieder die Gewissheit, dass ich an meinen Qualitäten nicht zweifeln muss“, sagt Cacau.

Zuschauen muss er trotzdem weiter – auch am Freitagabend (20.30 Uhr) im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Cacau gehört neben dem ehemaligen Nationalspieler Christian Gentner, Julian Schieber oder Maza zu den prominenten Verlierern des Stuttgarter Aufschwungs mit drei Siegen aus den vergangenen vier Spielen. Seit Labbadia wieder auf sein bewährtes 4-2-3-1-System mit einem Stürmer zurückgreift, spielt nur Neuzugang Vedad Ibisevic. Zumindest nach außen begegnet Cacau der für ihn ungewohnten Situation gelassen, ruhig, obwohl er beide Fäuste in seiner langen Trainingshose schon längst ballen muss.

Aber was soll er tun? Öffentlich den Trainer angreifen? Cacau spielt seit 2003 beim VfB. Er hat nicht nur 74 Tore in 228 Partien erzielt, sondern auch vor fünf Jahren die Meisterschaft gefeiert. Es gab immer wieder Phasen, in denen er nicht spielte. Doch so lange wie jetzt währten sie nie. „Natürlich will ich in die Mannschaft zurück“, sagt Cacau und zuckt mit den Schultern. „Im Fußball ist es so, dass der Trainer die Mannschaft aufs Feld schickt, die er für die beste hält. Und in der habe ich im Moment keinen Platz.“

Die Aussicht, im Kader für die Europameisterschaft in Polen und in der Ukraine zu stehen, gibt ihm die Kraft, die Zuversicht, „diese schwierige Zeit zu überstehen“, wie er sagt. Sie bewahrt ihn wohl gleichfalls auch vor unüberlegten und vorschnellen Äußerungen. Erschwert wird sein Reservistendasein noch durch die Tatsache, dass er nach der Egoismusdebatte um seine Person in der Winterpause aus dem Mannschaftsrat gewählt worden ist. Und das, obwohl er während der Verletzung von Matthieu Delpierre das Team in der Vorrunde als Kapitän auf den Platz geführt hatte.

Labbadia hat natürlich Cacaus Unzufriedenheit registriert und ihn deshalb nach dessen Länderspieltor gegen Frankreich demonstrativ gelobt: „Es ist schön, dass er getroffen hat, nachdem er von der Bank gekommen ist.“ Aber einen Stammplatz kann er ihm nicht versprechen, da auch seine Konkurrenten Martin Harnik oder eben Ibisevic „sehr, sehr gut spielen“.

Cacau bleibt demnach nichts anderes übrig, als sich in seiner neuen Rolle unauffällig zu verhalten, denn als Unruhestifter nimmt Joachim Löw den 22-maligen Nationalspieler ganz bestimmt nicht zur EM. Dann schon eher als Edelreservist. Denn der Bundestrainer ist nicht dafür bekannt, dass er verdiente Nationalspieler so schnell fallen lässt.

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