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„Allet Jute, Otto. Du schaffst es!

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21.02.2012

Hertha BSC „Allet Jute, Otto. Du schaffst es!“

Otto Rehhagel absolviert seine erste Trainingseinheit mit Hertha BSC.

Berlin – Aus welchem Holz ein Otto Rehhagel geschnitzt ist, zeigte sich schon bei seinem ersten Training mit Hertha BSC. Bitterkalt war es, ein dichtes Schneetreiben herrschte am Dienstagmorgen. Und bis auf Rehhagel trugen auch so ziemlich alle der circa 100 anwesenden Personen auf dem Hertha-Trainingsplatz eine Mütze. Rehhagel aber verzichtete, und suggerierte damit gleich einmal: Jungs, mir kann keiner was. Nicht das Wetter, und auch nicht der Abstiegskampf mit Hertha BSC.

Otto Rehhagel hat nun zwölf Spieltage Zeit, den Super-GAU für den Hauptstadtklub – den erneuten Gang in die Zweite Liga – zu verhindern. Wenn man die ersten Reaktionen der ersten Trainingseinheit als Stimmungsbild nimmt, so besteht bei den Hertha-Fans kein Zweifel, dass der wetterfeste Trainerguru erfolgreich sein wird. “Allet Jute, Otto. Du schaffst es”, rief ein Herr älteren Semesters in Richtung Rehhagel, der nach Trainingsende gleich von zwei Hertha-Kräften auf dem Weg in Kabine abgeschirmt werden mussten. Eine skurrile Szenerie, aber anscheinend haben die Anhänger von Hertha BSC genau darauf gewartet. Auf eine Person, die sich abhebt vom Mittelmaß und Biedertum vergangener Tage; auf einen entschlossenen Retter.

Und wenn Rehhagel das Gesetz ist, dann sind seine beiden jungen Assistenten Rene Tretschok und Ante Covic die Hüter von Recht und Ordnung. “Die Arbeit müssen die Jungs schon selber machen”, hatte Rehhagel bei seiner Präsentation am Sonntag die Arbeitsteilung beschrieben. Er wolle sich im Training im Hintergrund halten, als “Spiritus rector” bezeichnete er sich. Am Dienstag war aber schon abzusehen, dass er es im Hintergrund nicht immer so gut aushält. Zwar stand er während der Einheit meist abseits des Geschehens, doch immer wieder trommelte er die Mannschaft zu einem Kreis zusammen und hielt kurze Ansprachen.

Rehhagel füllt einen Raum aus

“Wenn ein Otto Rehhagel einen Raum betritt, dann füllt er ihn auch aus”, schwärmte anschließend Peter Niemeyer vom vierten Mann auf der Trainerbank bei den Berlinern in dieser Spielzeit (Übergangstrainer Tretschok eingerechnet). Herthas Mittelfeldspieler betrachtete die Personalie Rehhagel auch deshalb wohlwollend, weil es “schön ist, dass sie nicht auf uns gucken, sondern auf Otto Rehhagel”. Damit bestätigte Niemeyer indirekt eine Einschätzung des “Tagesspiegels”, der Rehhagel jüngst schlicht als “Blitzableiter” titulierte. Tatsächlich soll Rehhagel mit seiner “enormen Aura” (Niemeyer) und seiner “unglaublichen Erfahrung” (Rehhagel) den Druck von der Mannschaft nehmen. Und damit das auch funktioniert, sollen sie sich bei Hertha alle auf das Wesentliche konzentrieren – auf den Fußball eben.

Rehhagel selbst will dabei als gutes Beispiel vorangehen. “Ich rede nur noch über Fußball. Mir braucht jetzt kein Journalist mehr Fragen zu stellen, die mit dem Spiel nichts zu tun haben”, hatte er am Sonntag gewarnt und ergänzt: “Klatsch und Tratsch habe ich schon ein Leben lang nicht gemocht.” Mit dieser Einstellung ist er in der Medienstadt Berlin eigentlich ziemlich fehl am Platz. Dennoch verlautete von Rehhagel am Montag via “Bild”-Zeitung, dass er sich auch ein längerfristiges Engagement bei Hertha, dann als sportlicher Berater, vorstellen könne. Sein Vertrag als Cheftrainer läuft zum Saisonende aus. Geht es nach den Hertha-Fans, dann kann er gerne länger bleiben. Vorausgesetzt der Super-GAU bleibt aus.

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