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Alle Augen auf Dutt: Bayer-Trainer auf dem Prüfstand

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18.01.2012

Situation Alle Augen auf Dutt: Bayer-Trainer auf dem Prüfstand

Aufholjagd ist Pflicht – “Dinge wie der Konkurrenzkampf sind auf Null gestellt worden”.

Leverkusen – Als Robin Dutt im Sommer vergangenen Jahres seinen Dienst bei Vizemeister Bayer Leverkusen angetreten hatte, verblüffte der damalige Shootingstar der deutschen Trainergilde mit mutigen Aussagen. Von Platz zwei aus wolle er nach oben schauen. Der Meistertitel wurde beim ewigen “Vize” ausdrücklich nicht ausgeklammert. Ein gutes halbes Jahr später ist von derartigen Kampfansagen nicht mehr viel übrig geblieben. Nicht einmal auf ein Ziel für die restliche Saison will sich der 46-Jährige festlegen.

“Erst einmal ist es wichtig, gute Leistungen zu bringen. Dann kommen die Dinge in der Tabelle von ganz allein”, sagte Dutt, nachdem wenigstens der letzte Test vor dem Rückrundenstart beim 3:0 gegen den überforderten niederländischen Erstligisten De Graafschap Doetinchem (3:0) erfolgreich gestaltet worden war. Zuvor hatte es Niederlagen gegen den RKC Waalwijk (1:3) und den SC Heerenveen (2:4) gegeben.

Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser hat im Gegensatz zu Dutt klarere Vorstellungen, wie die Rückrunde zu gestalten ist. 34 Punkte fordert der Bayer-Boss, die Qualifikation für die Champions League ist trotz eines Rückstands von acht Punkten auf Platz vier nicht zu den Akten gelegt worden.

So wird Dutt unter besonderer Beobachtung stehen, zumal Sportchef Rudi Völler nach dem so ernüchternden Hinrundenabschluss (0:3 gegen den 1. FC Nürnberg) dem Trainer deutliche Worte mit auf den Weg in den Weihnachtsurlaub gegeben hatte. Alles werde im Trainingslager in Portugal auf den Tisch kommen, hatte der Weltmeister von 1990 angekündigt. Das sei auch geschehen, betont Dutt: “Die Vorrunde ist aufgearbeitet, analysiert worden. Ein paar Dinge wie der Konkurrenzkampf sind auf Null gestellt worden.” Vieles soll von vrone beginnen und besser gemacht werden.

Sorgen um seine Zukunft macht sich Dutt – zumindest öffentlich – nicht. Holzhäuser, Völler und er seien “ein Team, das die nächsten Jahre durch dick und dünn gehen möchte”, sagte Dutt der “Rheinischen Post”. Wie lange diese Aussage Bestand hat, könnten schon die nächsten Spiele gegen Mainz, bei Werder Bremen, gegen Stuttgart und in Dortmund zeigen. Dann folgt das Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen den FC Barcelona.

Doch die Voraussetzungen für eine Aufholjagd in der Liga sind nicht die besten. Die Personaldecke ist dünn. An eine Rückkehr der Langzeitverletzten Rene Adler, Renato Augusto und Tranquillo Barnetta ist nicht zu denken. Dazu fällt auch noch Sidney Sam (Muskelfaserriss) die nächsten Wochen aus. Kapitän Simon Rolfes hat auch noch Trainingsrückstand, nachdem er acht von neun Tagen des Trainingslagers verpasst hatte. Und neue Spieler wurden Dutt (noch) nicht zugestanden. Spekulationen über einen möglichen Transfer von Dimitar Berbatow scheinen eine Luftnummer zu sein. Vielmehr wurde Hanno Balitsch zum 1. FC Nürnberg transferiert, nachdem er in der Winterpause als möglicher Querulant ausgemacht worden war.

Immer wieder war von einem angespannten Verhältnis zwischen den Bayer-Profis und Dutt zu hören. Viele Nebengeräuche hatte es gegeben, die oftmals unwidersprochen blieben. Inzwischen soll die Stimmung besser sein. Doch Dutt bleibt vorsichtig. “Es wird sich in den ersten Punktspielen zeigen, ob es einen Stimmungsumschwung gegeben hat. Es ist in der Vorbereitung relativ einfach, positive Stimmung zu erzeugen. Letztlich ist es wichtig, wie die Stimmung nach den ersten Spielen ist.” Wichtig auch für seine Zukunft.

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