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Alarmstimmung bei den Bayern

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21.02.2012

FC Bayern München Alarmstimmung bei den Bayern

Rummenigge nach Kabinenansprache: “Muss andere Gangart her”.

München/Basel – Es herrschte Alarmstimmung, als Bayern München zum zweiten Mal binnen vier Tagen zum einstündigen Express-Flug in Richtung Basel-Mühlhausen abhob. Nach einem 20-minütigen Donnerwetter vor versammelter Mannschaft am Montag legte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Dienstagvormittag vor dem Abflug der Sondermaschine LH 2571 zum Champions-League-Achtelfinale nach.

“Gegen den Tabellenletzten 0:0 spielen darf nicht sein. Da muss eine andere Gangart her. Sonst werden wir unsere Ziele diese Saison nicht erreichen”, polterte Rummenigge mit Blick auf das torlose Remis beim SC Freiburg. Dort, nach der Landung auf dm gleichen Flughafen wie diesmal, hatte sich der kriselnde Rekordmeister in der Faschingszeit zum Narren gemacht. Und so wird das Hinspiel in der Königsklasse an Aschermittwoch (20.45 Uhr) beim Schweizer Meister FC Basel in vielerlei Hinsicht zur Schicksalspartie.

“Wir haben in der Bundesliga die Tabellenführung verloren, Dortmund ist uns enteilt. Es fällt auf, dass es speziell auswärts schlecht ist”, sagte Rummenigge: “Ich erwarte, dass die Mannschaft in Basel engagiert und motiviert zu Werke geht.” Gelingt dem strauchelnden Champion der Ausbruch aus der Krise auch auf Europas Bühne nicht, droht die voller Hoffnung angetretene Saison die zweite titellose in Folge zu werden. Entsprechend angespannt wirkten speziell Rummenigge, Präsident Uli Hoeneß und der selbst in die Kritik geratene Trainer Jupp Heynckes vor dem Abflug.

“Wir wissen, dass wir schlecht gespielt haben und wollen das korrigieren”, sagte Kapitän Philipp Lahm am Münchner Flughafen. Wie ernst die Lage in der Bayern-Spitze gesehen wird, verdeutlichte die Rummenigge-Ansprache im Beisein von Sportdirektor Christian Nerlinger und Finanzvorstand Karl Hopfner vor dem Abschlusstraining in München.

Was genau gesprochen wurde, wollte der Vorstandsboss “nicht öffentlich kommentieren”. Es waren jedenfalls klare Worte, deshalb wollte sich auch Thomas Müller nicht den Mund verbrennen: “Jetzt reden nur die Chefs.” Nach zahlreichen Einzelgesprächen und “knallharten Analysen” (Trainer Jupp Heynckes) müsste endgültig jeder wissen, was die Stunde geschlagen hat.

Jetzt, da die Tabellenspitze in der Liga schon in weite Ferne gerückt ist, darf zumindest der Traum vom Heimfinale der Königsklasse nicht aus den Augen verloren werden. An diesen 19. Mai wollte vor dem richtungweisenden Spiel aber lieber keiner denken. Rummenigge hob bei der obligatorischen Frage “warnend den Zeigefinger”, denn erstmal muss inmitten der sportlichen Identitätskrise der Schweizer Meister Basel aus dem Weg geräumt werden. “Natürlich sind wir Favoriten. Aber wenn wir so spielen wie in Freiburg, können wir auch dort nicht gewinnen”, sagte Lahm.

Ohne Regisseur Bastian Schweinsteiger, ohne Stammformation in der namhaften Offensive wird der vermeintliche leichte Gegner zur Reifeprüfung. In der Gruppenphase vor zwei Jahren mühten sich die Bayern in Basel zu einem 2:1. Zwar steht die Mannschaft des ehemaligen Münchner Jugendtrainers Heiko Vogel bei der vierten Teilnahme an der Königsklasse zum ersten Mal in der K.o.-Runde, hat sich aber spätesten nach dem spektakulären Rauswurf von Vorjahresfinalist Manchester United Respekt erarbeitet.

Den größten Vorteil sieht der ehemalige Dortmunder Alexander Frei in der momentanen Situation bei Bayern: “Die können sich nicht erlauben, über das kleine Basel zu stolpern.” Bisher verloren die Münchner im Europapokal erst einmal gegen ein Schweizer Team – und das ist 24 Jahre her.

Derart angeschlagen hat aber auch selten eine Münchner Mannschaft den Weg ins Nachbarland angetreten. Seit drei Ligaspielen sind die Bayerns auswärts sieglos. Auch Altmeister Heynckes wirkte zuletzt nachdenklich, fast verzweifelt beim Anblick seines erschreckend harmlosen Starensembles. Eine Trainerdiskussion scheint im Moment noch kaum vorstellbar. Wie laut Christian Nerlingers “Alarmglocken” aber im Falle einer Niederlage schrillen würden, vermag noch niemand wirklich abzuschätzen.

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