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Weizenfeld

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23.01.2013

Munich Re Agrarmärkte bleiben angespannt

„Eine Ursache dafür ist der Klimawandel.“

München – Ein halbes Jahr nach der schweren Dürre in den USA gibt es keine Entwarnung an den Agrarmärkten. „Die weltweiten Ernteausfälle sind auch der Grund dafür, dass die Preise für Weizen, Mais und Soja im vergangenen Jahr so stark gestiegen sind. Die Lager sind leer“, sagte Karl Murr, Leiter des Geschäftsbereichs Agro beim Rückversicherer Munich Re am Dienstag der „Süddeutschen Zeitung“.

Wie angespannt die Lage ist, zeigen auch neue Zahlen des Internationalen Getreiderates (IGC). Demnach sind die weltweiten Getreidevorräte mit etwas mehr als 90 Millionen Tonnen so niedrig wie seit zehn Jahren nicht mehr. Alarmierend ist zudem, dass die Produktion seit 2010 mit dem Verbrauch kaum noch Schritt halten konnte oder sogar teilweise darunter lag. Und in diesem Jahr könnte die Lücke noch größer werden.

Für das bevorstehende Erntejahr prognostiziert der Internationale Getreiderat eine Produktion von 1762 Millionen Tonnen Getreide und eine Nachfrage, die mit 1806 Tonnen um 2,5 Prozent über dem Angebot liegt. Ein Grund für die wachsende Nachfrage nach Mais, Weizen und Soja ist unter anderem die steigende Fleischproduktion. Ein Drittel dessen, was weltweit auf den Feldern wächst, landet inzwischen im Futtertrog.

Agrarexperte Murr warnt vor den Folgen der Klimaveränderung für die Landwirtschaft: „Dürren werden sicher zu einem der größten Problem des Jahrhunderts, das vor uns liegt. Auch andere Wetterextreme wie Überschwemmungen und Stürme werden zunehmen. Eine Ursache dafür ist der Klimawandel.“

Die Dürre von 2012 gilt als eine der schlimmsten in den USA seit Beginn der Wetteraufzeichnung im Jahr 1895. Fast 50 Prozent der Anbaufläche waren laut Murr betroffen. „In den Kornkammern Iowa, Indiana und Illinois lagen die Ausfälle sogar bei 70 Prozent. Viele Maisfelder hatten Totalschaden. Die Pflanzen sind zwar gewachsen, haben aber keine Früchte ausgebildet“, erklärt er. Erhebliche Dürreausfälle gab es auch in Russland, Kasachstan, der Ukraine, Brasilien und Argentinien.

Die extreme Trockenheit des vergangenen Jahres kostet die Versicherungswirtschaft viel Geld. „2012 war für die Versicherer das teuerste Jahr seit es Ernteversicherungen gibt“, sagt Murr. Allein in den USA schätzt die Munich Re den Schaden auf 20 Milliarden Dollar. Immerhin drei Viertel des Ernteschadens waren nach seinen Worten durch Versicherungen abgedeckt. Im Dürre-Jahr.

Extreme Trockenheit macht auch den Landwirten in Europa immer stärker zu schaffen. Betroffen sind vor allem Länder im Süden wie Spanien, Portugal und Italien. Die letzte große Dürre 2003 verursachte nach Angaben der Munich Re immerhin einen Schaden von elf Milliarden Euro (14,6 Milliarden Dollar).

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