Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Politik - newsburger.de

Bundeswehrsoldat in Afghanistan

© über dts Nachrichtenagentur

06.10.2013

Afghanistan Bundeswehr übergibt Stützpunkt in Kunduz

„Afghanistan ist heute ein besseres Land als vor zehn Jahren.“

Kunduz – An diesem Sonntag übergibt die Bundeswehr ihren Stützpunkt im nordafghanischen Kunduz an die afghanische Armme. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) zieht in „Bild am Sonntag“ eine positive Bilanz des Einsatzes: „Afghanistan ist heute ein besseres Land als vor zehn Jahren. Das gilt ganz besonders für den Norden, wo sich Deutschland besonders stark engagiert hat. Das Land ist heute kein Rückzugsort für den internationalen Terrorismus mehr. In Afghanistan können fast acht Millionen Kinder, davon drei Millionen Mädchen, zur Schule gehen.“

Deutliche Zweifel am Sinn des Einsatzes kommen hingegen aus der Opposition und dem Bundeswehrverband. Der Verteidigungssexperte der Grünen im Bundestag Omid Nouripour sagte BamS: „Der Afghanistan-Einsatz ist gescheitert. Es ist vollkommen ungewiss, ob die afghanische Armee und Polizei bereits ab 2015 allein für Sicherheit werden sorgen können. Die Taliban werden wohl nicht Kabul überrennen. Aber ein langer und blutiger Bürgerkrieg zeichnet sich bereits ab, der das bisher mühsam Erreichte zerstören kann.“

Oberstleutnant André Wüstner, Vize-Chef des Bundeswehr-Verbandes: „Westerwelles Aussage vom `Abzug aller Kampftruppen bis Ende 2014` suggeriert der Öffentlichkeit, dass jetzt alles im Lot sei und die Dekade `Friede, Freude, Eierkuchen` bevorstehe. Das ist falsch. Die Sicherheitslage ist nach wie vor fragil.“

Kritische Stimmen kommen auch aus den Reihen von Union und SPD. Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion Philipp Mißfelder zu „Bild am Sonntag“: „Viele Ziele in Afghanistan wurden nicht erreicht. Die Erwartungen waren auch zu hoch. Demokratie zu exportieren, funktioniert nicht überall. Bei allen Enttäuschungen ist festzuhalten: Unsere Bundeswehr hat sich bewährt und an Anerkennung gewonnen.“

Hans-Peter Bartels, Mitglied der SPD im Verteidigungsausschuss: „Beim Wiederaufbau ist vieles gelungen und manches schiefgelaufen. Neue Schulen, Krankenversorgung, Straßen, Computer- und Handynetze haben das Land aus dem Mittelalter gerissen. Aber die Aussöhnung verfeindeter politischer Gruppen und Terror-Clans konnte nicht von außen erzwungen werden. Einen Rückfall in die Taliban-Zeit vor 2001 aber wird es nicht geben.“

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/afghanistan-bundeswehr-uebergibt-stuetzpunkt-in-kunduz-66619.html

Weitere Nachrichten

Flüchtlinge

© ververidis / 123RF Lizenzfreie Bilder

Bericht NRW beteiligt sich nicht an Afghanistan-Abschiebung

NRW wird sich an der dritten Sammelabschiebung nach Afghanistan nicht beteiligen. Das erfuhr die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" ...

Fazle-Omar Moschee Hamburg

© Daudata / gemeinfrei

Spitzel-Affäre um Ditib Generalbundesanwalt ermittelt gegen 16 Tatverdächtige

Die Bundesanwaltschaft ermittelt derzeit gegen 16 Tatverdächtige in der Spitzel-Affäre um Deutschlands größten Islamverband Ditib. Das sagte der ...

Jürgen Trittin Grüne

© Bündnis 90 / Die Grünen / CC BY-SA 2.0

Grüne Trittin sieht gute Chancen auf Regierung ohne CDU/CSU

Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin sieht trotz niedriger Umfragewerte seiner Partei Chancen auf eine Regierungsbeteiligung in Berlin. "In den Umfragen ...

Weitere Schlagzeilen