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Afghanen kritisieren Pläne über französischen Truppenabzug

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28.01.2012

Frankreich Afghanen kritisieren Pläne über französischen Truppenabzug

Auch London rügt Pariser Vorhaben.

Kabul – Der von Frankreich angekündigte vorzeitige Truppenabzug aus Afghanistan ist in Kabul auf deutliche Kritik gestoßen. Dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy wurde dabei vorgeworfen, er stelle seine eigene Wiederwahl über die Sicherheit der Afghanen. Auch sein Vorschlag, die NATO insgesamt könne den Afghanen schon Ende 2013 die Verantwortung für die Sicherheit im Land übertragen, wurde kritisiert. Der afghanische Präsident Hamid Karsai reiste nach seinem Besuch in Paris zu einem Treffen mit dem britischen Premierminister David Cameron nach London weiter. Dieser erklärte, der Truppenabzug hänge von der Sicherheitslage am Boden ab.

Der frühere afghanische Innenminister und Sicherheitsexperte Abdul Hadi Chalid sagte am Samstag, die Entscheidung Sarkozys sei eindeutig politisch. Die Sicherheitskräfte des Landes seien noch nicht in der Lage, den Aufstand der Taliban zu bekämpfen. Sie bräuchten dafür weiteres Training und auch weitere Ausrüstung. Die Abgeordnete Tahira Mudschadedi erklärte, ein vorzeitiger Abzug wäre ein “großer Fehler”. Der internationale Einsatz solle über 2014 hinaus fortgesetzt und nicht noch verkürzt werden.

Cameron sagte am Samstag nach dem Treffen mit Karsai, die Geschwindigkeit, mit der Truppen reduziert werden könnten, hänge von der Sicherheitslage ab und sollte für alle NATO-Mitglieder gleich sein.

Vor einer Woche waren vier französische Soldaten von einem afghanischen Kameraden erschossen worden. Daraufhin hatte Paris seine Ausbildungsmission im Land vorläufig abgebrochen. Zudem war in Frankreich eine Diskussion über einen vorzeitigen Truppenabzug entbrannt.

Das Training afghanischer Soldaten sollte am Samstag wieder aufgenommen werden. Nach einem Treffen in Paris hatten Karsai und Sarkozy jedoch angekündigt, sie wollten die NATO zu einem vorgezogenen Ende aller Kampfmissionen in Afghanistan auffordern. Frankreich habe die US-Regierung bereits über die Pläne informiert und werde beim Treffen der NATO-Verteidigungsminister Anfang kommenden Monats einen entsprechenden Fahrplan vorlegen, sagte der französische Staatspräsident am Freitag. Bis Ende 2013 würden alle französischen Truppen aus Afghanistan abgezogen.

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