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Gründungsparteitag der "Alternative für Deutschland"

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17.04.2015

AfD-Landesverbandschef Kurs des Bundesvorstandes nicht maßgeblich

„Wir befinden uns noch in der frühkindlichen Trotzphase.“

Berlin – Der Vorsitzende der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) in Nordrhein-Westfalen, Marcus Pretzell, hat sich offen gegen den Kurs der Bundesparteispitze gestellt.

Auf die Frage, wie er zum Kurs von Parteichef Bernd Lucke stehe, sagte Pretzell dem „Handelsblatt“ (Online-Ausgabe): „Der Kurs einzelner Mitglieder der Partei – und dazu zähle ich in diesem Kontext auch den Bundesvorstand – ist für mich nicht maßgeblich.“ Der Kurs der Partei werde basisdemokratisch in den diversen Landesfachausschüssen bis hin zu den Bundesfachausschüssen erarbeitet, fügte der Europaabgeordnete hinzu. „Diese Vorlagen werden dann dem obersten Gremium, dem Bundesparteitag, zu Entscheidung vorgelegt.“

Pretzell verglich die gegenwärtige Lage der AfD mit der Erziehung von Kindern. „Wir befinden uns noch in der frühkindlichen Trotzphase“, sagte er und fügte mit Blick auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hinzu: „Frau Merkel sollte sich aber vorsichtshalber schon mal auf unsere Pubertät einstellen.“

Die AfD-Europaabgeordnete Beatrix von Storch sagte im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ (Online-Ausgabe) zwar wie Pretzell auch, dass die AfD eine Partei mit basisdemokratischem Anspruch sei, in der sich die Willensbildung von unten nach oben vollziehe. Allerdings fügte sich mit Blick auf Lucke hinzu: „Bernd Lucke hat sich in der Vergangenheit große Verdienste um die AfD erworben, die es ohne ihn nicht gäbe.“

Sie habe „großes Vertrauen“, dass er die Partei auch in Zukunft in einer Weise führen werde, die der Vielfalt der in ihr versammelten Strömungen gerecht wird.

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