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Ärzte bei einer Operation

© dts Nachrichtenagentur

29.08.2012

"Inflationsausgleich" Ärzte beharren auf Honorarsteigerung

Ärzte bereiten sich bereits auf Protestaktionen vor.

Berlin – Vor den entscheidenden Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen am morgigen Donnerstag haben die Kassenärzte ihre Forderung nach einer deutlichen Einkommenssteigerung bekräftigt. „Unsere Forderung lautet, dass wir einen Inflationsausgleich für die Preisanstiege der Jahre 2008 bis 2012 bekommen“, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, der Tageszeitung „Die Welt“.

Die KBV verlangt eine Honorarsteigerung von 3,5 Milliarden Euro oder gut zehn Prozent. Eine Kopplung des Honorars an die Zahl der Behandlungen lehnen die Ärzte nach Köhlers Worten ab: „Wenn der Preis wieder von der Leistungsmenge abhängig gemacht wird, wäre dies ein Casus belli für uns“, warnte Köhler. Er bezog sich damit auf die letzte Reform des ärztlichen Honorars zu Zeiten der großen Koalition. Damals war das bis dahin feste Budget der Kassenärzte gelockert worden. Mehr Behandlungen haben nun nicht mehr automatisch die Folge, dass die Einnahmen des Arztes pro Patient sinken.

Nach Angaben des Hauptgeschäftsführers des Ärzteverbands NAV-Virchow-Bundes, Klaus Greppmeir, bereiten sich viele Ärzte bereits auf Protestaktionen vor: „Die niedergelassenen Ärzte sind protestbereit“, sagte Greppmeir der „Welt“. Der Verband habe schon eine „Koordinierungsstelle für den Ärzteprotest“ eingerichtet: „Ziel ist es, die anstehenden Protestmaßnahmen und Praxisschließungen zu koordinieren und diese Maßnahmen als Signal an Krankenkassen und Politik auszusenden“, sagte Greppmeir.

Der Spitzenverband der Krankenkassen lehnt bis jetzt jede Einkommenssteigerung ab: „Die Honorare der niedergelassenen Ärzte sind in den letzten Jahren schneller gestiegen als deren zusätzlicher Aufwand, um die Menschen medizinisch zu versorgen“, sagte Verbands-Vize Johann-Magnus von Stackelberg der „Welt“. Innerhalb von vier Jahren hätten sich die durchschnittlichen Zahlungen der Kassen pro Arzt um rund 23.000 Euro erhöht. „Die im bundesweiten Durchschnitt vorhandene Überbezahlung der Ärzte sollte ausgeglichen werden, in dem die Honorarsumme für 2013 abgesenkt wird“, verlangt von Stackelberg. Schließlich seien die Ärzte mit einem durchschnittlichen Brutto-Einkommen von 165.000 Euro – nach Abzug der Praxiskosten – absolute Spitzenverdiener.

Am morgigen Donnerstag gibt es einen ersten Versuch, den Honorarstreit zu schlichten. Dann tagt das dafür zuständige Gremium, der erweiterte Bewertungsausschuss unter Leitung des Duisburger Gesundheitsökonomen Jürgen Wasem. Beobachter erwarten dann noch keine Entscheidung. Für Samstag hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung ihre Mitglieder zu einer Sondervertreterversammlung in Berlin eingeladen.

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