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Ära Villas-Boas vor dem Ende

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04.03.2012

FC Chelsea Ära Villas-Boas vor dem Ende

„Blues“ nach 0:1 gegen West Brom nur noch Fünfter – „Klubbesitzer muss entscheiden“.

Düsseldorf/London – Die Schlagzeile der englischen Boulevardzeitung „The Sun“ war an Deutlichkeit nicht zu übertreffen. „RIP AVB“, titelte das Revolverblatt. „Ruhe in Frieden, Andre Villas-Boas.“ Nach dem blamablen 0:1 bei West Bromwich Albion scheint die Zeit des mit so großen Erwartungen geholten Erfolgstrainers aus Portugal beim FC Chelsea offenbar abgelaufen zu sein.

Und selbst Villas-Boas, der im Sommer noch für die auf dem Trainermarkt astronomische Ablösesumme von 15 Millionen Euro aus dem Vertrag beim FC Porto herausgekauft worden war, rechnet wohl täglich mit seiner Ablösung. „Der Klubbesitzer muss entscheiden, ob ich noch eine Chance erhalten“, sagte der 34-Jährige und fand deutliche Worte: „Wir sind Fünfter, also läuft etwas falsch. Alle müssen ihren Job besser machen. Die Spieler, der Trainerstab, der Manager.“

Dazu wird es womöglich für Villas-Boas nicht mehr kommen. Ohnehin wundern sich die Fußball-Experten in England, dass Klubbesitzer Roman Abramowitsch den Daumen längst noch nicht gesenkt hat. Denn der FC Chelsea spielt die schlechteste Saison im neunten Jahr seit der Übernahme durch den russischen Milliardär. Nicht nur, dass die „Blues“ die europäischen Fleischtöpfe womöglich erstmals nach zehn Jahren verpassen. Auch in der Champions League droht nach dem 1:3 im Achtelfinal-Hinspiel beim SSC Neapel der frühe K.o., und im FA-Cup erkämpfte sich Chelsea mit dem 1:1 gegen Zweitligist Birmingham City in der fünften Runde mit Ach und Krach noch ein Wiederholungsspiel.

Nun die neuerliche Schmach gegen West Brom, gegen den der stolze Klub von der Stamford Bridge seit 1979 nicht mehr verloren hatte. Doch an Niederlagen – Gareth McAuley erzielte den entscheidenden Treffer (82.) – muss sich der Chelsea-Anhang mehr und mehr gewöhnen. Sieben gab es bislang schon. „Das sind Zahlen, die uns nicht stolz machen“, räumte „AVB“ ein.

So brodelt in der englischen Hauptstadt bereits die Gerüchteküche, wer die Nachfolge des Portugiesen antreten könnte. Ganz oben auf der Liste steht der Spanier Pep Guardiola, der mit dem FC Barcelona den dritten Champions-League-Triumph in vier Jahren anpeilt. Der Vertrag des 41-Jährigen läuft zum Saisonende aus.

Und auch der Name Jose Mourinho wird immer wieder genannt. Von 2004 bis 2007 hatte der Portugiese den Klub zu zwei Meisterschaften und einem Pokalsieg geführt. Unter seiner Führung erlebten die Stars Frank Lampard, John Terry oder Didier Drogba ihre beste Zeit. Und genau diese einflussreichen und in die Jahre gekommenen Herren machen Villas-Boas das Leben schwer. Einen sanften Umbruch sollte der Portugiese einleiten, doch der Einfluss der Chelsea-Urgesteine scheint zu groß zu sein.

Wie eine Wende herbeizuführen ist, macht dieser Tage der FC Arsenal im Norden Londons vor. Mit dem 2:1 beim FC Liverpool holten die „Gunners“ den vierten Sieg in Serie mit beachtlichen 16:5 Toren. Matchwinner beim glücklichen Erfolg an der Anfield Road war der niederländische Stürmerstar Robin van Persie, der beide Treffer erzielte (31. und 90.), nachdem die Reds durch ein Eigentor von Laurent Koscielny in Führung gegangen waren (23.). Damit ist Arsenal nun Vierter hinter dem drittplatzierten Lokalrivalen Tottenham Hotspur.

An der Tabellenspitze steht weiterhin Manchester City, das mit dem 2:0 durch ein Eigentor von Gretar Steinsson (23.) und einem Treffer von Mario Balotelli (69.) gegen die Bolton Wanderers den Stadtkonkurrenten United weiter auf Distanz hielt.

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