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„Gorch-Fock-Kapitän prüft Klage

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29.01.2011

Gorch Fock „Gorch-Fock“-Kapitän prüft Klage

Berlin – Der von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) abberufene Kapitän des Segelschulschiffs „Gorch Fock“, Norbert Schatz, erwägt, juristisch gegen die umstrittene Entscheidung vorzugehen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin „Focus“. „Einer Suspendierung vom Dienst muss ein rechtliches Gehör des Betroffenen voraus gehen“, erklärte der Wilhelmshavener Rechtsanwalt Hans-Joachim Heine, der Schatz vertritt. Ein rechtliches Gehör aber habe es im Fall seines Mandanten nicht gegeben.

„Nach allem, was mir bekannt ist, war die Art und Weise der Entlassung grob fürsorgewidrig“, so Heine. Der Vertragsanwalt des Bundeswehrverbandes prüft, sich an das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zu wenden, damit „der erste Wehrsenat die Rechtswidrigkeit dieser Suspendierung feststellt“. Das Argument des Verteidigungsministers, er habe Schatz mit der Enthebung seines Kommandos aus der Schusslinie nehmen wollen, hält Heine für „nicht nachvollziehbar“. Das Kommando sei an den 1. Offizier übergeben worden, „gegen den sich ebenfalls die Untersuchungen richten“, so Heine.

Unterdessen begann die Kieler Staatsanwaltschaft im Fall der tödlich verunglückten Offiziersanwärterin mit neuen Vernehmungen. In der Marineschule Mürwik (Flensburg) befragten Ermittler mehrere Offiziersanwärter als Zeugen. Die Gespräche lieferten keine neuen Ergebnisse. Ein Fremdverschulden am Tod der Offiziersanwärterin sei nach wie vor nicht erkennbar, sagte Oberstaatsanwalt Bernd Winterfeldt. In wenigen Wochen wird Winterfeldt voraussichtlich die Akten schließen.

Die 25-jährige war am 7. November 2010 aus 27 Metern Höhe auf das Deck gefallen und später an ihren Verletzungen gestorben. Die Mutter der Verstorbenen hegt starke Zweifel an der Bewertung der Staatsanwaltschaft. Ihr Anwalt Thomas Kock sagte: „Der Unfall war vermeidbar.“ Es sei „offenkundig“, dass „Ausbildungsfehler“ den Tod verursacht hätten.

Als „Schande“ bezeichnete der ehemalige Kommandant der „Gorch Fock“, Hans von Stackelberg, die Tatsache, dass der bereits entmachtete Kapitän Schatz über Tage „wie ein geprügelter Hund vor der Besatzung“ auf dem Schiff ausharren musste. „Für einen Kommandanten gibt es nichts Schlimmeres.“

Von Stackelberg betonte, dass es in dieser Sache nur „zwei soldatisch und menschlich korrekte Wege“ hätten geben können: Entweder hätte man den Kommandanten sofort in ein Flugzeug nach Deutschland beordern oder ihm das Kommando für die sofortige Rückkehr der „Gorch Fock“ erteilen müssen.

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