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90 bayerische Schicksalsminuten

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12.03.2012

Champions-League 90 bayerische Schicksalsminuten

Gegen Basel könnte Bayern München eine ganze Saison verspielen.

München – Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen: Nicht im kleinen Presseraum an den Säbener Straße, sondern im prunkvollen Presseclub der Münchner Arena fand am Montag Bayern Münchens obligatorische Medienkonferenz statt. 68 Tage vor dem großen Heimfinale schnupperte der Rekordmeister die Luft des Ortes, an dem der Traum vom Titelgewinn bereits am Dienstag (20.45 Uhr) zerplatzen könnte. Im Achtelfinale der Champions League geht es gegen den FC Basel um alles oder nichts. Der Druck ist immens: „Scheiden wir aus, wird es schwer, diese Saison noch gut zu machen“, sagte Präsident Uli Hoeneß.

Das 7:1 gegen 1899 Hoffenheim, die Show vor dem Showdown, wäre nichts wert, gelingen gegen den Schweizer Meister nicht diese zwei Tore, die der Saison die entscheidende Wende geben können. „Im Moment denkt man nicht daran, was auf dem Spiel steht. Ich bin sehr zuversichtlich, denn das Spiel gegen Hoffenheim kam zum richtigen Zeitpunkt. Wir wollen ins Viertelfinale einziehen“, sagte Trainer Jupp Heynckes am Montag. Im Vergleich zu den Vorwochen voller Sorgen wirkte der 66-Jährige weitaus entspannter. „Solche Spiele hat man im Laufe seiner Karriere immer wieder bestreiten müssen. Genau das macht den Fußball interessant“, führte er fort.

Bangen um Gomez: „Abwarten“

Das Selbstbewusstsein ist zurück, zudem steht Kapitän Bastian Schweinsteiger möglicherweise vor seinem Startelf-Comeback – gegen Basel ist nun zu beweisen, dass der Befreiungsschlag vom Samstag keine Momentaufnahme war. Sorgen machte sich Heynckes allerdings um den angeschlagenen Torjäger Mario Gomez. Das Auslaufen am Sonntag ließ der Nationalspieler aus: „Ich muss abwarten, ob es geht“, sagte Heynckes. Auch Arjen Robben und Jerome Boateng hatten leichte Blessuren davongetragen. Alarm wollte Heynckes allerdings noch nicht schlagen.

„Who the f*** is Barcelona?“, brüllten die Fans beim Schützenfest am Samstag euphorisch. Genau vor dieser Einstellung warnte aber Christian Nerlinger: „Wir müssen das ewige Auf und Ab dieser Rückrunde erst mal beenden“, forderte der Sportdirektor. Schon mehrfach dachte man in München, der Knoten sei geplatzt – mehrfach folgte aber ein steiler Sturz. „Wir sind extrem gefordert“, erinnerte Heynckes sein Team, Torhüter Manuel Neuer sprach von einem „gefährlichen Ergebnis“. Das 0:1 aus dem Hinspiel wirkt noch nach. Zudem ist der Schweizer Tabellenführer seit 17 Spielen ungeschlagen und hat auswärts noch kein Spiel in der Champions League verloren.

„Wir müssen uns selbst vertrauen“

„Jeder weiß, was die Stunde geschlagen hat. Wir werden das Spiel seriös angehen“, versprach Heynckes. Zumal es gegen Basel nicht nur um Schadensbegrenzung für die verkorkste Rückrunde, sondern um 3,3 Millionen Euro für den Einzug in die Runde der besten Acht geht. Bis zum möglichen Heimfinale gibt es noch 16,3 Millionen Euro Prämien zu gewinnen – auch für Bayern mehr als nur Taschengeld. „Es ist nicht die Kür, sondern es ist Pflicht, weiterzukommen“, sagte Toni Kroos. Klappt es nicht, scheitern die Bayern zum zweiten Mal in Folge im Achtelfinale. Das wäre die schlechteste Bilanz seit acht Jahren.

Noch nie stand der Rekordmeister bei drei Anläufen in einem Europapokal-Heimfinale. Und auch wenn Hoeneß die Erwartungen seit Saisonbeginn schmälert: Ein Ausscheiden ausgerechnet gegen Underdog Basel wäre eine Blamage. „Wir müssen voll ins uns vertrauen und unsere Heimstärke ausspielen.“, sagte Schweinsteiger, dessen Kurz-Comeback am Samstag von 69.000 Fans frenetisch umjubelt worden war. Ob er am Dienstag von Beginn an ran dürfe, sei „zweitrangig. Es geht nicht um einzelne Spieler, nicht um mich. Es geht darum, dass die Mannschaft weiterkommt“, sagte der schmerzlich vermisste Regisseur. Für ihn müsste wohl Luiz Gustavo aus der Startelf weichen.

Vogel will die Bayern ärgern: „Träumen ist erlaubt“

„Basti hilft uns auf und auch neben dem Platz extrem weiter“, sagte Heynckes, der sich allerdings noch nicht festlegen wollte. Unterstützung egal welcher Art wird nötig sein, denn Basel will keineswegs klein beigeben. „Mit jedem Tor, das wir erzielen, wird es für Bayern auch schwerer“, sagte Trainer Heiko Vogel. Die gesamte Schweiz hofft, dass das „Wunder von Basel“ weitergeht. Eliminiert Vogels Team mit Bayerns Neuzugang Xherdan Shaqiri nach Manchester United den zweiten Titelaspiranten, scheint wohl so langsam alles möglich – auch eine Rückkehr nach München. Am 19. Mai 2012, dem Tag des großen Finals. „Träumen ist erlaubt“, sagte der ehemalige Dortmunder Alexander Frei.

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