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Impfung Arzt
© James Gathany / gemeinfrei

Umfrage 87 Prozent der Bundesbürgern fordern Impfpflicht für Kinder

Ethikrat beschäftigt sich heute mit nationalen und internationalen Impfstrategien.

Villingen-Schwenningen – Mehr als acht von zehn der Bundesbürger befürworten eine Impfpflicht für Krippen- und Kindergartenkinder, 81 Prozent auch für Schulkinder. Der großen Mehrheit der Deutschen ist bewusst, dass sie sich mit Impfungen nicht nur selbst, sondern auch andere vor schweren Krankheiten schützen. Das zeigt eine aktuelle bevölkerungsrepräsentative Umfrage der Schwenninger Krankenkasse unter mehr als 2.000 Bundesbürgern.

Während eine Impfpflicht für Kinder auf breite Zustimmung in der Bevölkerung stößt, wird diese für Erwachsene nur von knapp 40 Prozent befürwortet. Lediglich bei chronisch Kranken und Senioren liegen die Werte etwas höher.

Allerdings zeigen sich signifikante Unterschiede zwischen West und Ost. Deutlich mehr Menschen in Ostdeutschland sprechen sich für verpflichtende Impfungen aus. In der DDR gab es seit den 50er Jahren eine gesetzliche Impfpflicht für bestimmte Krankheiten, die im Laufe der Jahre immer mehr ausgeweitet wurde. Das prägt das Bewusstsein der Menschen offenbar noch heute. In der Bundesrepublik galt lediglich eine allgemeine Impfpflicht gegen Pocken. Sie wurde 1976 aufgehoben, weil die Krankheit ausgerottet war.

„Die überwältigende Mehrheit der Bundesbürger erkennt die gesamtgesellschaftliche Verantwortung, die mit dem Piks beim Arzt einhergeht. Sie weiß: Impfen rettet Leben“, erklärt Siegfried Gänsler, Vorsitzender des Vorstandes der Schwenninger Krankenkasse. „Das ist eine hervorragende Grundlage, um der Impfmüdigkeit in Deutschland zu begegnen.“

Doch was kann getan werden, um mehr Menschen zum Impfen zu bewegen? Auch dazu liefert die Umfrage Hinweise: So zeigen sich 60 Prozent offen für regelmäßige Erinnerungen an Impfungen, beispielsweise über digitale Gesundheitsakten oder Smartphone-Apps.

„Gleichzeitig müssen alle Beteiligten noch mehr Anstrengungen unternehmen und Aufklärungsarbeit leisten. Nicht nur Ärzte und Krankenkassen sind hier gefordert. Auch die Gesundheitsbildung in der Schule und der öffentliche Gesundheitsdienst müssen gestärkt werden“, so der Schwenninger-Vorstand.

Denn immerhin 40 Prozent fühlen sich über Wirkungen und Nebenwirkungen von Impfungen nicht ausreichend informiert. Sie haben Angst vor möglichen Risiken. Dabei zählen Impfungen zu den wirksamsten Präventionsmaßnahmen, um sich und andere vor schweren Krankheiten zu schützen.

21.02.2019 © newsburger.de

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