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630.000 neue Arbeitsplätze durch Energiewende

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15.03.2012

Umweltbundesamt 630.000 neue Arbeitsplätze durch Energiewende

Umweltbundesamt wirbt für „grüne Wirtschaft“.

Berlin – Rund 630.000 neue Jobs können nach Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) im Zuge der Energiewende in Deutschland entstehen. Dieses Wachstum sei möglich, wenn das Ziel der Bundesregierung konsequent umgesetzt werde, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um 40 Prozent zu senken, sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth am Donnerstag in Berlin. Seine Behörde will die Werbung für die „grüne Wirtschaft“ zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit in den kommenden Monaten machen.

Flasbarth räumte ein, dass langfristig Arbeitsplätze in Atom- und Kohlekraftwerken wegfallen werden. Profitieren von der Energiewende könnten aber Handwerker, die Gebäude dämmen oder neue Stromnetze bauen. Derzeit arbeiteten rund zwei Millionen Deutsche im Dienste des Umweltschutzes, davon 370.000 in der Branche der erneuerbaren Energien.

Weltweit werde die „grüne Wirtschaft“ im Jahr 2020 rund 3,1 Billionen Euro umsetzen, sagte Flasbarth. Stark wachsen werden nach Zahlen des Bundesumweltministeriums vor allem jene Wirtschaftszweige, die sich für mehr Energieeffizienz einsetzen, etwa durch die Entwicklung sparsamer Motoren. Am Erfolg oder Misserfolg von effizientem Energieeinsatz werde sich das Gelingen der Energiewende entscheiden, sagte Flasbarth.

Die Bundesregierung werde sicher ihr Ziel erreichen, 35 Prozent des Energiebedarfs bis 2020 aus regenerativen Quellen zu decken, sagte er. Sogar 40 Prozent und mehr könnten erreicht werden. Dies werde auch nicht – wie von Umweltverbänden und der Opposition im Bundestag befürchtet – durch die geplante Kürzung der Förderung von Solarstrom gefährdet. Denn durch den Zubau von Fotovoltaikanlagen in den vergangenen Jahren habe sich Deutschland „ein Polster angefuttert“.

Bis zu 700.000 neue Arbeitsplätze können Flasbarth zufolge darüber hinaus entstehen, wenn die Industrie mit mehr Einsatz langlebige Produkte entwerfen und Rohstoffe konsequenter recyceln würde. Dies wäre ein positiver Effekt der Schonung von Ressourcen.

Als Beispiel nannte er die chemische Industrie: Sie solle vermehrt Chemikalien vermieten und wieder aufbereiten. So könnten Abfälle vermieden werden und es entstünden nebenbei Jobs bei der Wiederverwertung oder der Entwicklung neuer Recyclingverfahren.

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