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Bauarbeiter

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29.01.2013

Studie 43 Prozent der Arbeitnehmer sehen Stress-Anstieg

„Stress bei der Arbeit kann vorkommen, aber nicht dauerhaft.“

Berlin – Knapp die Hälfte der Erwerbstätigen in Deutschland (43 Prozent) sind überzeugt, dass der Stress im Arbeitsalltag in den vergangenen zwei Jahren zugenommen hat. Das berichtet die „Bild-Zeitung“ (Dienstagausgabe) unter Berufung auf den „Stressreport Deutschland 2012“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Für die Studie wurden bundesweit mehr als 17.000 Arbeitnehmer zu unter anderem psychischen Anforderungen, Belastungen und Stressfolgen ihres Arbeitsalltags befragt.

Demnach arbeitet jeder zweite Befragte (52 Prozent) unter starkem Termin- und Leistungsdruck. Knapp 60 Prozent der Befragten gaben an, verschiedene Aufgaben gleichzeitig betreuen zu müssen. Fast jeder Zweite (44 Prozent) wird bei der Arbeit durch Störungen wie Telefonate und E-Mails unterbrochen. Weil für 47 Prozent der Beschäftigten Ruhepausen nicht in den Arbeitsablauf passen oder sie nach eigenem Bekunden zu viel Arbeit haben (38 Prozent) lässt jeder Vierte (26 Prozent) die Pause ausfallen.

Insgesamt 64 Prozent der Beschäftigten arbeiten auch am Samstag, 38 Prozent an Sonn- und Feiertagen. Fast die Hälfte der Vollzeitbeschäftigten arbeitet mehr als 40 Stunden pro Woche, rund ein Sechstel sogar mehr als 48 Stunden. Dies führt dazu, dass 40 Prozent der Befragten arbeitsbedingt nur selten oder nie Rücksicht auf familiäre oder private Interessen nehmen können.

Die Arbeitsbelastung führe zudem auch immer öfter zu Krankheiten. Klagten 2006 noch 43 Prozent über Rückenschmerzen waren es im vergangenen Jahr bereits 47 Prozent. Während 2006 nur 30 Prozent unter stressbedingten Kopfschmerzen litten, waren es 2012 bereits 35 Prozent. Die Anzahl der von nächtlichen Schlafstörungen geplagten stieg von 20 auf 27 Prozent.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) appelliert aufgrund der Studien-Ergebisse an die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen. Der „Bild-Zeitung“ sagte von der Leyen: „Stress bei der Arbeit kann vorkommen, aber nicht dauerhaft. Und er darf auch nicht krank machen. Der Stress-Report zeigt, wo die Probleme besonders groß sind, aber auch, was man dagegen tun kann. Ich will dem chronischen Stress den Kampf ansagen und erwarte, dass die Betriebe mitziehen.“

Positive Aspekte

Die Studie führte auch positive Aspekte zu Tage. So können sich über 80 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland auf gute Zusammenarbeit mit den Kollegen verlassen und helfen sich gegenseitig im Job. Die überwiegende Mehrheit (96 Prozent) sieht keine Bedrohung für eine Entlassung. Drei Viertel aller Arbeitnehmer fühlen sich fachlich und mengenmäßig den Anforderungen ihres Jobs gewachsen.

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