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22 Millionen Deutsche pflegen den Austausch

© dapd

10.02.2012

Facebook 22 Millionen Deutsche pflegen den Austausch

Eine ARD-Dokumentation knöpft sich die Generation Facebook vor.

Hamburg – Franciska ist das, was Werber gerne einen “digital native” nennen. Sie ist mit dem Internet groß geworden – und das hat Folgen: Bisweilen plagt sie das Gefühl, längst ihr “ganzes Leben zu posten”. Ist sie nach dem Training mit ihrer Fußballmannschaft erschöpft, notiert sie das bei Facebook. Hat sie einen lustigen Abend mit ihren Freundinnen erlebt, landet auch das wie selbstverständlich in dem sozialen Netzwerk, teils nachträglich um Pickel bereinigte Fotos inklusive.

Franciska bereitet das selbst Sorge. Entziehen könne sie sich diesem Sog aber nicht mehr. Die 17-Jährige ist Teil der Dokumentation “Facebook – Milliardengeschäft Freundschaft”, in der Das Erste an diesem Montag (13. Februar) um 22.45 Uhr über das Portal aufklärt, dem sich weltweit mehr als 800 Millionen Menschen anvertrauen – auch jeder vierte Bundesbürger.

“Milliardengeschäft Freundschaft” skizziert, wie die Werbeindustrie die Informationen der Nutzer ausschlachtet und wie “Gefällt mir”-Klicks vermarktet werden. Die Stärke der Produktion: Sie bleibt trotz manch technischer Ausführung durchweg für Laien verständlich.

Facebook drückt sich vor Antworten

Teil der Produktion ist nicht zuletzt auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Mit ihm haben jedoch nicht die Autoren des Norddeutschen Rundfunks (NDR) gesprochen, sondern die BBC. Ihr Film ging bereits im Dezember über den Sender. Der NDR erklärt, seine Fragen seien in das Interview eingeflossen – es handele sich um eine Koproduktion.

Das ist in der TV-Landschaft üblich und muss kein Nachteil sein. So darf bezweifelt werden, ob allein der NDR einen solch exklusiven Zugang erhalten hätte. Für den Film wollte immerhin nicht mal eine in Hamburg unweit des Senders angesiedelte Sprecherin des Konzerns vor die Kamera: Drei Monate nach der Anfrage folgte die Absage. Geht es um deutsche Bedenken, duckt sich Facebook offensichtlich weg.

Eine Generation teilt jeden Schritt

Bei aller Kooperation ist die Dokumentation im Ersten alles andere als eine synchronisierte Version des britischen Films. Während die BBC Zuckerberg in den Mittelpunkt stellte und Mitarbeiter in der Firmenzentrale im Silicon Valley erzählen lässt, wie toll es sei, dort zu arbeiten, verzichtet die ARD auf diese boulevardesken Züge.

Im Ersten bildet vielmehr die Frage den Fokus, wie sich Facebook auf die Gesellschaft auswirkt, wo 22 Millionen Deutsche den “maximalen Austausch” pflegten. Längst sei eine Generation herangewachsen, die jeden Schritt teile. Zu Wort kommen Erwachsene, die stets online sind – morgens greifen sie erst zum Smartphone, dann zum Kaffee.

Sogar die einzige Facebook-Rebellin des Films gibt sich letztlich geschlagen. Franciskas Mutter will zwar auch künftig ihre Erlebnisse nur im persönlichen Gespräch weitertragen. Sie räumt aber auch ein: Vermutlich lebe sie inzwischen schlicht in einer ganz anderen Zeit.

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