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18-Jähriger gesteht im Emder Mordfall

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01.04.2012

Zusammenfassung 18-Jähriger gesteht im Emder Mordfall

Staatsanwaltschaft spricht von „klaren, handfesten Beweisen“.

Emden – Gut eine Woche nach dem Tod der elfjährigen Lena in Emden ist der Fall für die Ermittlungsbehörden aufgeklärt. Der in Untersuchungshaft sitzende 18-Jährige habe die Tat gestanden, sagte der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes in Emden, Martin Lammers, am Sonntagnachmittag in einer Pressekonferenz in der ostfriesischen Stadt. Nachdem der Beschuldigte am Samstag vorläufig festgenommen worden war, hatte ein Haftrichter am Sonntag Haftbefehl wegen dringenden Mordverdachts zur Verdeckung eines Sexualdeliktes gegen den Mann erlassen. Zum Motiv machten die Ermittler zunächst keine Angaben.

Lena war am 24. März in einem Parkhaus in Emden tot aufgefunden worden. Sie wurde der Polizei zufolge Opfer einer Sexualstraftat. Nachdem weitere Hinweise aus der Bevölkerung bei den Ermittlern eingegangen waren, hatte sich der Verdacht gegen den 18-Jährigen am Samstag laut der Polizei konkretisiert. Auch hatten die Untersuchungen des Landeskriminalamtes bezüglich der am Tatort gesicherten DNA-Spuren den Tatverdacht gegen den jungen Mann untermauert.

18-Jähriger beruft sich auf Erinnerungslücken

Am frühen Samstag war der 18-Jährige in seiner Wohnung in Emden festgenommen worden, in der er allein lebte, wie Südbeck sagte. Dort seien auch beweisrelevante Gegenstände sicher gestellt worden, sagte der Leiter der 40-köpfigen Mordkommission „Parkhaus“, Werner Brandt. Während einer Vernehmung habe der Beschuldigte ein Teilgeständnis abgelegt. Allerdings beruft sich der 18-Jährige, der zuletzt an einer Maßnahme zur Berufsfindung teilnahm, auf Erinnerungslücken.

Der in Untersuchungshaft Sitzende soll laut „Bild am Sonntag“ für die Polizei kein Unbekannter sein. Der junge Mann solle im Herbst 2010 wegen Sachbeschädigungen in dem Parkhaus zusammen mit anderen Jugendlichen auffällig geworden sein, berichtete die Zeitung. Dazu machten die Ermittler am Sonntag keine Angaben. Aber der 18-Jährige soll das Gebäude für die Klettersportart Parcouring genutzt haben. „Er kannte den Tatort wie seine Westentasche“ sagte Südbeck. Brandt zufolge ist Lena vermutlich freiwillig mit ihrem späteren Mörder in das Parkhaus gegangen. Sie hätten sich vorher aber nicht gekannt.

Zudem werde geprüft, ob eine Zusammenhang mit einer versuchten Vergewaltigung vom Herbst 2011 unweit des Parkhauses bestehe, als eine Joggerin attackiert wurde und entkommen konnte, sagte der Leiter der 40-köpfigen Mordkommission „Parkhaus“, Werner Brandt, am Sonntag.

Schwer belastenden Beweise

Nach der Freilassung eines unschuldig der Tat bezichtigten Jugendlichen sind sich die Ermittler nun sicher, den mutmaßlichen Täter festgenommen zu haben. Die neuerliche Festnahme beruhe nicht nur auf Indizien, sondern auch auf klaren, handfesten Beweisen, sagte Staatsanwalt Südbeck auf der Pressekonferenz.

Ein zunächst am Dienstagabend festgenommener Jugendlicher war am Freitag wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Er ist laut Polizei und Staatsanwaltschaft unschuldig. Das hätten die Auswertungen der DNA-Spuren vom Tatort nun endgültig bestätigt, hieß es bereits am Samstag. Nach den Hetzaufrufen im Internet befindet sich der junge Mann in polizeilicher Obhut.

Die Mordkommission setzte den Angaben zufolge trotz der Festnahme am Dienstag die Ermittlungen in alle Richtungen fort. In diesem Zusammenhang gingen weiter zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung ein. Seit das Mädchen tot aufgefunden wurde, waren mehr als 300 Hinweise eingegangen, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Zuletzt war Kritik an der Arbeit der Ermittlungsbehörden laut geworden. Politiker, Wissenschaftler und Strafrechtler monierten, Polizei und Staatsanwaltschaft seien voreilig und zu offensiv an die Öffentlichkeit gegangen. Der zu Unrecht beschuldigte Jugendliche befindet sich mit seiner Familie laut „Bild am Sonntag“ an einem geheimen Ort außerhalb von Emden. Sein Anwalt Ralf Giese sagte dem Blatt: „Die ganze Familie ist völlig durch den Wind. Allein die Verhaftung war für ihn schon eine schwere psychische Belastung, die ihm sehr zu schaffen macht.“

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