Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt newsburger.de

14.01.2010

11 Prozent mehr Firmenpleiten in 2009 – Deutlicher Anstieg für 2010 prognostiziert

Hamburg (ots) – 2009 nahm die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland wieder zu: Im laufenden Jahr erklärten 33.762 Firmen ihre Zahlungsunfähigkeit. Das sind 11,08 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit hat sich die Prognose der Wirtschaftsauskunftei BÜRGEL, die vor einem Jahr von 34.000 Pleiten für 2009 ausging, bestätigt. Insgesamt wurden in den letzten zehn Jahren 340.921 Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Laut der aktuellen Studie „Firmeninsolvenzen 2009“ prognostizieren die Hamburger auch für 2010 einen weiteren Anstieg auf 37.000 bis 40.000 Fälle. Im Untersuchungszeitraum von Januar bis Dezember 2009 ereigneten sich, absolut gesehen, in Nordrhein-Westfalen die meisten Unternehmensinsolvenzen (7.178), gefolgt von Bayern (4.267), Baden-Württemberg (3.619) und Niedersachsen (3.423).

Relativ betrachtet stammen die meisten zahlungsunfähigen Unternehmen aus Bremen – 146 pro 10.000 Firmen. Auch in Sachsen-Anhalt (130) und Schleswig-Holstein (120) sind die Werte mit am höchsten. Den geringsten Anteil meldet Hamburg mit 58 Fällen, gefolgt von Bayern (72) und Baden-Württemberg (78). Der Bundesdurchschnitt rangiert bei 91 Insolvenzen je 10.000 Firmen. Bei der Analyse der Top-30-Städte verzeichnet Berlin im Jahr 2009 die meisten Firmenpleiten: 1.507 Fälle. Das entspricht einem Anteil von 4,46 Prozent aller Unternehmensinsolvenzen in Deutschland. Die Plätze zwei und drei nehmen Hamburg mit 992 und München mit 559 Fällen ein. Am wenigsten Firmeninsolvenzen ereigneten sich in Kiel (91 Fälle), Chemnitz (176) und Braunschweig (116).

Im Vergleich des Jahres 2009 mit dem Vorjahr war die Zahl an Firmenpleiten in Berlin mit minus 11,35 Prozent am stärksten rückläufig. Mussten dort 2008 noch 1.700 Unternehmen Gläubigerschutz beantragen, waren es im Folgejahr noch 1.507 Firmen. Ebenfalls rückläufig sind die Insolvenzwerte in Nordrhein-Westfalen mit minus 6,44 Prozent (2008: 7.672 Fälle; 2009: 7.178). Am meisten legte der Pleitetrend in Bremen mit plus 32,53 Prozent zu. Mussten 2008 noch 292 Unternehmen aufgeben, wurden im vergangenen Jahr 387 Firmeninsolvenzverfahren eröffnet. Dahinter rangieren Baden-Württemberg mit einer Zunahme um 32,32 Prozent (2008: 2.735 Fälle; 2009: 3.619) und Hessen (plus 29,95 Prozent).

Aus der Unternehmensstruktur sticht hervor, dass 16,55 Prozent der Unternehmen, die in den letzten zwölf Monaten zahlungsunfähig wurden, nicht länger als zwei Jahre am Markt aktiv waren. Laut Bürgel sinkt das Insolvenzrisiko erst wieder bei alteingesessenen Unternehmen, die bereits 50 Jahre oder länger am Markt bestehen. Mit 3,22 Prozent ist deren Anteil an der Insolvenzstatistik 2009 am geringsten. Die meisten Unternehmen, die von Januar bis Dezember 2009 in ein Insolvenzverfahren verwickelt wurden, sind Gewerbebetriebe mit einem Anteil von 41,42 Prozent (13.924 Fälle), gefolgt von GmbHs (30,72 Prozent; 10.370 Fälle) und den Rechtsformen GmbH & Co. KG bzw. Gesellschaft bürgerlichen Rechts/GbR (9,7 Prozent; 3.131 Fälle). Hauptursachen für den Anstieg der Insolvenzzahlen sind nach wie vor die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen und fehlende Liquidität durch rückläufige Auftragseingänge und restriktive Kreditvergaben.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/11-prozent-mehr-firmenpleiten-in-2009-deutlicher-anstieg-fuer-2010-prognostiziert-5927.html

Weitere Nachrichten

Wladimir Putin

© Kremlin.ru / CC BY 3.0

SPD Erler warnt vor „problematischem“ Deal zwischen Trump und Putin

Der Russlandbeauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD), warnt davor, dass es unter dem neuen US-Präsidenten Donald Trump zu einem fragwürdigen ...

Jean Asselborn

© Michał Koziczyński - Senat Rzeczypospolitej Polskiej / CC BY-SA 3.0 PL

Asselborn Briten denken an ihre Zukunft, nicht an Europa

Der luxemburgische Außenminister, Jean Asselborn, kritisiert im phoenix-Interview den Kurswechsel Großbritanniens in der Nahostpolitik. Nach der ...

Gernot Erler SPD 2015

© Jörgens.mi / CC BY-SA 3.0

Hacker-Attacken Russlandbeauftragter Erler warnt Moskau vor Folgen

Der Russlandbeauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD), hat dazu geraten, sich zur Abwehr russischer Hacker-Attacken nicht nur auf technische ...

Weitere Schlagzeilen