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1. FC Köln will Gewalttäter loswerden

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06.03.2012

Ultras 1. FC Köln will Gewalttäter loswerden

Vereinsausschlussverfahren eingeleitet , Ermittlungskommission eingerichtet.

Köln – Fußball-Bundesligist 1. FC Köln geht mit voller Härte gegen die Gewalttäter im eigenen Fan-Umfeld vor. Zwei Tage nach dem lebensbedrohlichen Angriff auf einen Fan-Bus des rheinischen Rivalen Borussia Mönchengladbach hat der FC gegen Vereinsmitglieder, die an dem Vorfall beteiligt waren, Ausschlussverfahren eingeleitet und bundesweite Stadionverbote angeregt. Die Kölner Polizei richtete zudem eine Ermittlungskommission ein, um weitere an dem Vorfall beteiligte Personen zu identifizieren. Bislang sind gegen neun Personen Strafverfahren eingeleitet worden.

Da unter den Beteiligten auch Mitglieder des bekannten Kölner Fan-Clubs „Wilde Horde“ seien, hat der 1. FC Köln die Vereinigung mit Nachdruck aufgefordert, sich von diesen zu trennen. Aus der Politik kamen gleichlautende Forderungen. „Die gezielte Hetze Kölner Ultras auf einen Bus mit Fans von Borussia Mönchengladbach, das Abdrängen von der Autobahn und die Attacke mit Pflastersteinen und Knüppeln ist eine Schande für eine lebendige Fan-Kultur“, sagte der Kölner Verwaltungsratsvorsitzende Werner Wolf in einer auf der Internetsseite des Vereins am Dienstag veröffentlichten Mitteilung.

Entschuldigung des Verwaltungsratsvorsitzenden

Wolf zeigte sich empört über die Verängstigung der Fans, die Sachbeschädigungen und die Rufschädigung für den Verein. „Keiner der Täter sollte in Kölner Fan-Klubs weiter geduldet sein. Wir erwarten eine Entschuldigung und den Ausschluss beteiligter Personen aus den Fan-Gruppen. Bei den Verantwortlichen und betroffenen Fans von Borussia Mönchengladbach möchte ich mich im Namen des 1. FC Köln ausdrücklich für diesen Vorfall entschuldigen“, sagte Wolf weiter.

Mit großer Brutalität und Rücksichtslosigkeit sind die Gewalttäter am Sonntag vorgegangen, haben zunächst versucht, mit mehreren Fahrzeugen den Bus von der Fahrbahn zu drängen. Auf der Raststätte Siegburg-Ost wurde dann der Bus mit Steinwürfen und Lattenhieben beschädigt, der Sachschaden soll sich auf 26.000 Euro belaufen. „Personen sind Gott sei Dank nicht zu Schaden gekommen. Die Qualität hier ist eine neue, weil es sich bei den Mönchengladbachern um normale Fans gehandelt hat“, sagte der leitende Staatsanwalt Ulf Willuhn der Nachrichtenagentur dapd. Die Ermittlungskommission müsse nun 50 bis 60 Zeugenaussagen auswerten, um die weiteren Tatverdächtigen zu identifizieren. Bei den Verstößen handelt es sich um gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, Gefährdung im Straßenverkehr, Nötigung, Bedrohung und einen besonders schweren Fall von Landfriedensbruch.

Bosbach fordert Selbstreinigung

Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), forderte eine Reinigung von innen. „Ein echter Fan würde seinem Verein niemals schaden und andere Fans gewaltsam attackieren. Die Fan-Klubs müssen diese Typen aussortieren“, sagte Bosbach dem Kölner Stadt-Anzeiger (Mittwoch-Ausgabe). Bosbach machte in diesem Zusammenhang auch darauf aufmerksam, dass die Polizei an ihre Grenzen stoße, weil die „Problemzonen“ außerhalb der Stadien lägen. So seien während der Saison 2008/2009 in der ersten und der zweiten Fußball-Bundesliga allein 1.175.843 Polizeieinsatzstunden absolviert worden. In den unteren Ligen kämen noch mehrere hunderttausend Polizeistunden hinzu.

Der Kölner Fan-Beauftragte Rainer Mendel forderte ebenfalls eine „öffentliche Distanzierung“ des Fan-Klubs „Wilde Horde“ von der Gewalt. „Nach zahlreichen gemeinsamen Gesprächen zwischen dem FC und der ‚Wilden Horde‘, auch in der jüngsten Vergangenheit, ist es jetzt an der Zeit, Worten auch sichtbare Taten folgen zu lassen“, sagte Mendel.

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