ZypernStichwahl am kommenden Sonntag

Konservativer Politiker Anastasiades gewinnt deutlich.

Stichwahl am kommenden Sonntag
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Nikosia – In Zypern deutet sich ein Machtwechsel an: Bei der Präsidentenwahl am Sonntag errang der konservative Politiker Nikos Anastasiades einen deutlichen Sieg. Er verfehlte aber die absolute Mehrheit, so dass am kommenden Sonntag eine Stichwahl notwendig ist. Die Wahl in Zypern wurde vor dem Hintergrund des drohenden Staatsbankrotts auch im Rest Europas mit großer Spannung verfolgt. Der neue Präsident steht vor der Aufgabe, ein Rettungspaket mit den internationalen Geldgebern auszuhandeln.

Anastasiades von der konservativen Demokratischen Sammlungsbewegung (Disy) kam nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen auf 45,4 Prozent. An zweiter Stelle kam Stavros Malas mit 27 Prozent. Malas wird von der kommunistischen Akel-Partei unterstützt, aus der auch der scheidende Präsident Demetris Christofias kommt. Dritter wurde der von den Sozialisten unterstützte Georgios Lillikas mit 25 Prozent.

Der 66-jährige Anastasiadis hatte am Vormittag im Wahllokal in der Laniteio-Schule in seiner Heimatstadt Limassol bei frühlingshaften Temperaturen und strahlendem Sonnenschein seine Stimme abgegeben. Erschienen war er medienwirksam mit Kind und Kegel. Den Stimmzettel warf er vor laufenden Kameras gemeinsam mit seinem Enkel Antis in die Wahlurne – mit seinem “Maskottchen”, wie ihn Opa Nikos liebvoll nennt. “Ich rufe alle Zyprioten, unabhängig von traditionellen Parteivorlieben und Ideologien, dazu auf, mir einen starken Wahlauftrag zu geben, damit ich eine Regierung der nationalen Rettung bilden kann”, sagte Anastasiadis.

Die Wahl war auch als Richtungsentscheidung für Zypern nach der fünfjährigen Amtszeit von Präsident Christofias gewertet worden. Unter dem einzigen kommunistischen Staatsoberhaupt der EU stürzte das Land in die Krise. Christofias, der selbst nicht mehr antrat, war wegen seines Zögerns beim Antrag für ein internationales Hilfspaket heftig kritisiert worden. Die Regierung in Nikosia benötigt zur Stabilisierung ihrer taumelnden Volkswirtschaft rund 17 Milliarden Euro. Über Hilfen der EU wird seit Juni 2012 verhandelt.

© dapd / newsburger.de - maa
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