ZypernStichwahl um neuen Präsidenten

Präsident muss Rettungspaket aushandeln.

Stichwahl um neuen Präsidenten
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Nikosia – Zypern hat am Sonntag in einer Stichwahl über einen neuen Präsidenten des Euro-Krisenlandes abgestimmt. Der überlegene Sieger der ersten Wahlrunde vom vergangenen Sonntag, der Konservative Nikos Anastasiadis, galt im Rennen gegen den von der kommunistischen Akel-Partei unterstützten Stavros Malas als klarer Favorit.

Der neue Präsident steht vor der Aufgabe, ein Rettungspaket mit den internationalen Geldgebern auszuhandeln, um das Land vor dem Staatsbankrott zu bewahren. Schätzungen zufolge braucht das seit zwei Jahren von den internationalen Finanzmärkten abgeschnittene Zypern bis zu 17,5 Milliarden Euro – die Summe entspricht seiner jährlichen Wirtschaftsleistung.

Im ersten Wahlgang kam Anastasiadis auf 45,46 Prozent der gültigen Stimmen, Malas auf 26,91 Prozent. Der Sieger der Stichwahl tritt die Nachfolge des seit Februar 2008 amtierenden Dimitris Christofias (Akel) an. Christofias hat sich nicht zur Wiederwahl gestellt.

Insgesamt sind eine halbe Million Zyprioten wahlberechtigt. Wie das Staatsfernsehen RIK am Sonntagmorgen meldete, wurden keine besonderen Vorkommnisse bekannt.

In Zypern fungiert der Präsident als Staats- und Regierungschef und verfügt über weitreichende Kompetenzen. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre und beginnt am 1. März.

Die Präsidentschaftswahlen auf Zypern sind in den Fokus der breiten Öffentlichkeit in Europa gerückt. Der Grund: Das 840.000 Einwohner zählende Mittelmeerland ist in eine prekären Finanzlage geraten. Schätzungen zufolge braucht das seit zwei Jahren von den internationalen Finanzmärkten abgeschnittene Zypern bis zu 17,5 Milliarden Euro – die Summe entspricht seiner jährlichen Wirtschaftsleistung. Allein der angeschlagene Bankensektor benötigt bis zu neun Milliarden Euro.

Denn Zyperns Geschäftsbanken sind in den Sog der Griechenland-Krise geraten. Zwar stellte Zypern bereits im vorigen Juni einen Antrag auf Finanzhilfe seitens der potenziellen Geldgeber-Troika aus EU, EZB und Internationalem Währungsfonds. Das betreffende Abkommen ist jedoch noch immer nicht unter Dach und Fach.

© dapd / newsburger.de - maa
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