Wolfgang ThierseGrass darf nicht als Antisemit abgestempelt werden

Köln – Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse hält es für “fatal”, den Schriftsteller Günter Grass als Antisemiten abzustempeln, “nur weil er kritisierenswerte Ansichten vertreten hat”. Das sagte der SPD-Politiker am Dienstag im Deutschlandfunk. Man sollte mit Grass in der Sache streiten, ihn aber nicht als Person diskreditieren, forderte Thierse. Grass habe in seinem Gedicht vor einem Atomschlag Israels gegen Iran gewarnt und drücke damit eine in Deutschland durchaus verbreitete Angst aus. Er habe dies aber mit falschen Argumenten und einseitigem Blick getan, kritisierte Thierse.
Er wies Äußerungen von SPD-Politikern, dass Grass nicht mehr Wahlkampf für die SPD machen könne, als voreilig zurück. “Ich glaube nicht, dass sich die Frage überhaupt stellt”, sagte Thierse. Er halte nichts davon, dass die nun auch die SPD Grass zu einer “persona non grata” erkläre.
