Der Newsburger am Samstag, den 31.07.2010

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01.12.2009 - 16:12 - ,

Google erwägt seine Videoplattform Youtube in Italien zu schließen

Rom/Mountain View (dts) – Der Suchmaschinenkonzern Google spielt mit dem Gedanken, seine Videoplattform in Italien einzustellen. Hintergrund der Überlegungen ist ein Strafverfahren gegen drei Google-Manager und einen ehemaligen Finanzchef des Konzerns in Mailand. Das Urteil wird bereits in wenigen Wochen erwartet und führt im Falle einer Verurteilung zu möglicherweise weitreichenden Veränderungen der Geschäftspolitik des Konzerns in Italien. “Wir haben in diesem Fall verschiedene Optionen, darunter auch die Einstellung des Videodienstes”, zitiert die Tageszeitung “Die Welt” (Mittwochausgabe) Peter Fleischer, Datenschutzchef bei Google und Mitangeklagter im Verfahren. Allerdings wolle der Konzern erst einmal den Urteilsspruch abwarten.

Streitobjekt ist ein mit dem Handy aufgenommener Film-Clip, der im September 2006 auf Googles Videoplattform geladen wurde. Darauf sind Schüler zu sehen, wie sie einen behinderten Jugendlichen in Turin anpöbeln, schikanieren und schlagen. Die Anklage wirft Google vor, keine effektiven Maßnahmen ergriffen zu haben, um die Privatsphäre des Jungen zu schützen. Man hätte verhindern müssen, dass dieses Video überhaupt veröffentlicht werden konnte. “Eine Vorzensur können wir wegen der Masse der Videos aber überhaupt nicht leisten”, sagte Datenschutzchef Fleischer dem Bericht zufolge. Jede Minute würden allein bei Youtube 20 Stunden Film hochgeladen. Automatische Filtersysteme seien nach Angaben von Google jedoch noch nicht so weit, dass sie einsatzfähig wären.

Ein Mailänder Staatsanwalt hat nun für die Angeklagten Haftstrafen zwischen sechs Monaten und einem Jahr beantragt. Zu den Beschuldigten zählen neben Fleischer auch Googles Chefjurist David Drummond, der ehemalige Finanzchef George Reyes und ein Produktmarketing-Manager. “Dieses Verfahren ist vergleichbar mit der Strafverfolgung von Postangestellten wegen zugestellter Hassbriefe” heißt es dazu bei Google. Am Ende ginge es auch um den Erhalt des freien und offenen Internets.

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