Unfälle
“Costa Concordia”: Drei Deutsche ums Leben gekommen

Berlin/Rom – Drei Deutsche sind bis Donnerstag unter den Todesopfern des havarierten Kreuzfahrtschiffes “Costa Concordia” identifiziert worden. Weitere neun deutsche Staatsangehörige würden noch vermisst, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am späten Mittwochabend in Berlin der Nachrichtenagentur dapd. Im Verlauf des Mittwochs war bereits ein zweites deutsches Todesopfer bestätigt worden.
Hoffnung, noch Überlebende im Wrack des Schiffes zu finden, gibt es kaum mehr. Dafür müsse ein Wunder geschehen, sagte der Leiter des Krisenstabs, Franco Gabrielli, am Mittwoch. Dennoch würden die Rettungsarbeiten auf dem zur Hälfte unter Wasser befindlichen Schiff so lange fortgeführt, bis jeder zugängliche Bereich kontrolliert worden sei.
Taucher setzten am Donnerstag ihre Suche nach den Vermissten im Wrack fort. Auch die Vorbereitungen zum Abpumpen des Treibstoffs aus dem havarierten Schiff wurden fortgesetzt.
An Bord des Kreuzfahrtschiffs waren etwa 4.200 Menschen. Bislang wurde der Tod von 16 Menschen bei dem Unglück bestätigt. Drei der bereits geborgenen Leichen wurden bislang noch nicht identifiziert. 17 Personen, darunter vermutlich auch die drei noch unidentifizierten Toten, gelten offiziell als vermisst. Zuletzt wurde am 15. Januar ein Mensch lebend von der “Costa Concordia” geborgen. Das Schiff war am 13. Januar vor der Insel Giglio auf Grund gelaufen und gekentert.
Derweil wies die Reederei des Kreuzfahrtschiffes die Verantwortung für die Havarie zurück. Kapitän Francesco Schettino habe nicht die Erlaubnis gehabt, die Route der “Costa Concordia” zu ändern, zudem sei er mit 16 Knoten viel zu schnell unterwegs gewesen, sagte Generaldirektor Pier Luigi Foschi.
Der Kapitän hatte die Reederei für das Unglück mitverantwortlich gemacht. Schettino steht weiter unter Hausarrest, während die Polizei gegen ihn wegen Totschlags ermittelt. Sein Anwalt stellte am Mittwoch vor Gericht einen Antrag auf die Aufhebung des Hausarrests. Es bestehe weder Flucht noch Wiederholungsgefahr, sagte er.
