Unfälle
“Costa Concordia”: Erster Toter aus NRW identifiziert

Ibbenbüren – Unter den Opfern auf der verunglückten “Costa Concordia” vor der toskanischen Küste ist auch ein Mann aus Nordrhein-Westfalen. Eine der geborgenen Leichen ist als der 72-jährige Josef W. aus dem münsterländischen Ibbenbüren identifiziert worden, wie ein Sprecher der Steinfurter Polizei am Donnerstagnachmittag auf Anfrage sagte. Die 68-jährige Ehefrau Brunhild W. gilt weiterhin als vermisst.
Damit konnte bis Donnerstag die Identität von vier Deutschen geklärt werden, die bei der Havarie des Kreuzfahrtschiffes ums Leben kamen. Erst am Mittwoch waren das zweite und dritte Todesopfer aus Deutschland identifiziert worden. Weitere acht deutsche Staatsangehörige würden noch vermisst, sagte das Auswärtige Amt der Nachrichtenagentur dapd.
Die Eheleute aus Ibbenbüren hatten in der Unglücksnacht noch um 0.30 Uhr bei ihrem 44-jährigen Sohn angerufen. Anschließend meldeten sie sich nicht wieder und galten seitdem als vermisst.
Das Kreuzfahrtschiff war am 13. Januar vor der Insel Giglio auf einen Felsen gelaufen und gekentert. An Bord waren etwa 4.200 Menschen, darunter 566 deutsche Gäste. Zuletzt wurde am 15. Januar ein Mensch lebend von der “Costa Concordia” geborgen.
Hoffnung, noch Überlebende im Wrack des Schiffes zu finden, gibt es kaum mehr. Dafür müsse ein Wunder geschehen, hatte der Leiter des Krisenstabs, Franco Gabrielli, am Mittwoch gesagt. Dennoch würden die Rettungsarbeiten auf dem zur Hälfte unter Wasser befindlichen Schiff so lange fortgeführt, bis jeder zugängliche Bereich kontrolliert worden sei.
Taucher hatten am Donnerstag ihre Suche nach den Vermissten im Wrack fortgesetzt. Auch die Vorbereitungen zum Abpumpen des Treibstoffs aus dem havarierten Schiff dauerten noch an.
