Mediziner: Aigner ignoriert Rinderseuche Botulismus

Tod binnen kurzer Zeit.

Kühe
© dts Nachrichtenagentur

Berlin – Ärzte und Tiermediziner werfen Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) vor, eine Seuche zu ignorieren, die vom Tier auf den Menschen springen kann. Der Neurologe Dirk Dressler von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) sagte dem Nachrichtenmagazin “Focus”: “Wir haben Frau Aigner auf unsere Befunde zum chronischen Botulismus hingewiesen.” Das Ministerium habe jedoch Wissenschaftler mit einer Untersuchung beauftragt, “die sich schon jetzt auf ein negatives Ergebnis festgelegt haben”, so Dressler.

Das Ministerium weist die Vorwürfe zurück. Die Vergabe des Forschungsauftrags sei “auf Grundlage vorab definierter Kriterien” erfolgt. 2,2 Millionen Euro hat das Ministerium für eine entsprechende Untersuchung ausgegeben.

Der Veterinär Helge Böhnel schätzt, dass mehr als 3.000 deutsche Rinderbetriebe von der Krankheit betroffen seien. Unter dem Namen chronischer Botulismus diskutieren Forscher derzeit ein schleichendes Rindersterben, das vom selben Erreger verursacht wird, der auch für den akuten Botulismus verantwortlich ist. Dabei sterben Menschen und Tiere binnen kurzer Zeit an Muskellähmungen. Böhnel vermutet, dass die Krankheit über “dreckige Finger, die Atemluft oder Ausscheidungen der Tiere” auf den Menschen überspringe.

© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de - maa
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1 Kommentar

  1. Gast am 22. October 2012 (09:32)1

    Zur Botulismuserkrankung beim Menschen hat das Gesundheitsministerium in Schleswig-Holstein im Juli 2011 festgestellt: Im Land ist seit dem Jahr 2009 kein Fall einer menschlichen Botulismuserkrankung gemeldet worden. 2009 waren zehn Verdachtsfälle aus dem Kreis Steinburg gemeldet worden, davon hatten sich zwei bestätigt. In diesen Fällen bestand der Verdacht auf einen so genannten “chronischen Botulismus”.

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