10 populäre SEO-Irrtümer

Irrtum Nr. 1: Bei Suchmaschinenoptimierung denken die meisten nur an die Optimierung von Webseiten – und vergessen, dass Firmen ihren Google Maps-Eintrag leichter optimieren und so sogar von heute auf morgen auf die erste Google-Seite (für Branche + Stadt) kommen können: Die Google Maps-Top 7 werden ÜBER bzw. VOR den Top 10-Webseiten angezeigt!
Irrtum Nr. 2: Werbeagenturen und Webdesigner legen ihren Kunden nicht selten Besucherstatistiken für die von ihnen betreuten Webseiten vor – ohne darauf hinzuweisen, dass der Großteil der Besucher nicht menschlicher Natur ist. Ob absichtlich oder unwssentlich: Webseiten werden regelmäßig auch von „Automaten“ der Suchmaschinen, der E-Mail-Sammler, der Content-Kopierer, der Konkurrenz-Kontrolleure usw. besucht. Wem als Website-Betreiber gesagt wird, dass er „eigentlich genügend“ Besucher habe und keine (weitere) Suchmaschinenoptimierung (sondern Webdesign) nötig sei, sollte unbedingt prüfen, ob das für die Besucheranalyse verwendete Programm zwischen Mensch und Maschine unterscheidet.
Irrtum Nr. 3: Viele denken, dass Suchmaschinenoptimierung die Optimierung des Quelltexts (Programmiercodes) für Suchmaschinen ist – und glauben deshalb, dass man einen Spezialisten dafür braucht. Suchmaschinenoptimierung ist aber vielmehr die Optimierung der für (menschliche) Besucher sichtbaren Inhalte. Deshalb kann man seine Webseiten – mit einem sog. Content Management System – heutzutage sogar ohne Programmierkenntnisse Suchmaschinen-optimal erstellen und pflegen.
Irrtum Nr. 4: Viele denken, dass die Suchmaschinen-Rankings v. a. über die Inhalte AUF Webseiten ermittelt werden. Falsch! Noch wichtiger für gute Google-Rankings sind die Links ZU einer Webseite, die sog. Backlinks. Man unterscheidet deswegen auch zwischen On Page- und Off Page-Optimierung.
Irrtum Nr. 5: Viele denken, dass bei Backlinks die Quantität wichtiger ist als die Qualität. Falsch! Die Bedeutung eines Backlinks (bzw. die Verlinkungspopularität einer Webseite) wird mit einer Zahl von 0 (wenig populär) bis 10 (sehr populär), dem sog. PageRank (PR), ausgedrückt. Weil die PR-Skala nicht linear, sondern logarithmisch verläuft, ist ein Backlink mit PR 5 demnach in etwa so bedeutend wie 1.000 Backlinks mit PR 1.
Irrtum Nr. 6: Viele denken, der PageRank kann nicht (mehr) so wichtig sein für den Google-Algorithmus – sonst wären meine Google-Platzierungen nicht gleich geblieben nachdem mein PageRank sich geändert hatte. Irrtum! Obwohl die Anzeige (von 0 bis 10 in ganzen Zahlen) nur etwa alle 3 Monate aktualisiert wird, rechnet Google intern immer mit dem tagesaktuellen PageRank-Wert (inkl. Nachkommastellen). Eine neue PageRank-ANZEIGE allein kann also gar nichts ändern an den Google-Rankings.
Irrtum Nr. 7: Agenturen und v. a. Link-Broker vermitteln immer den Eindruck, dass viele Backlinks besser sind als wenige. No! Auch bei den neben dem PageRank für den Wert eines Backlinks wichtigen Faktoren (wie dem Linktext und der Herkunftsseite) kommt es weniger auf die Menge als vielmehr auf die Unterschiedlichkeit und inhaltliche Relevanz für die Zielseite an. Ein abwechslungsreiches Linkprofil wirkt natürlich, sieht nach freiwilliger Verlinkung aus und spricht deshalb für die Qualität der Inhalte auf der Zielseite. Ein Linkportfolio mit vielen Backlinks aus dem unteren Bereich von inhaltlich irrelevanten Webseiten wirkt zusammengekauft – und wird von Suchmaschinen entsprechend gewertet.
Irrtum Nr. 8: Viele denken, Ziel der Suchmaschinenoptimierung sind bessere bzw. „gute“ Suchmaschinen-Rankings. Zu kurz gedacht! Bei professioneller Suchmaschinenoptimierung geht es in erster Linie um mehr (menschliche) Website-Besucher. Einfach nur „gute“ Rankings reichen aber nicht. Denn nur 10% der Klicks entfallen auf die Treffer auf Seite 2 und folgende. Und von den Klicks auf Seite 1 entfallen 70% auf die drei Podestplätze.
Irrtum Nr. 9: Die Annahme, dass ein Google-Podestplatz automatisch ein Hauptgewinn ist, ist eine Michmädchen-Rechnung. Denn letztlich geht es nicht nur um mehr Traffic, sondern vielmehr um die Umwandlung von Suchern über Besucher zu Interessenten bzw. Kunden. Suchmaschinenoptimierung lohnt sich also – ähnlich wie die Google-Textanzeigen (AdWords) – nur mit nutzerfreundlich bzw. zielführend gestalteten „Landeseiten“.
Irrtum Nr. 10: Viele glauben, dass ein Podestplatz für Ein-Wort-Sucheingaben nicht nur die meisten Besucher, sondern auch den meisten Umsatz bringt. Die Zeiten ändern sich! 2009 suchten nur noch knapp 20% mit einem Wort und insgesamt fast 75% mit zwei, drei oder vier Worten. Abgesehen davon sind die Umwandlungsraten von Besuchern, die mit mehreren Wörtern bzw. Phrasen ganz gezielt gesucht haben, wesentlich höher.
Seite 1-Suchmaschinenoptimierung mit Spezialisierung auf die Optimierung von Homepage und Brancheneintrag für Selbstständige und KMU ist bekannt für das Online-Tutorial „Suchmaschinenoptimierung leichtgemacht – 96 SEO-Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene“ und deutschlandweit in 7 Großstädten vertreten.

web-newspaper am 16. January 2010 (11:28)1
Ein netter Überblick. Derartige Artikel dürfen gerne öfters publiziert werden.
Markus Arlt am 16. January 2010 (14:00)2
Über einige Punkte ließe sich allerding vorzüglich streiten wie ich finde.
Uwe am 16. January 2010 (16:34)3
Vor allem über so pauschale Aussagen die mir als Leser suggerieren als ob Markus genau wüsste, wie Google seine Algorithmen implementiert. Da gefallen mir die dialektischen Aussagen von Mario Fischer deutlich besser.
Markus Arlt am 16. January 2010 (17:27)4
@Uwe Ein “wirklicher” Leser würde nicht irgenwelche Aussagen in Zusammenhang mit den falschen Namen in einem Atemzug nennen.
checki am 16. January 2010 (19:36)5
Für mich, der sich nicht so mit Materie auskennt, sehr Interssant. Bisher hatte ich mir alles selber erlesen und dabei festgestellt, dass es viele Meinungen zu diesem Thema gibt.
Manu am 17. January 2010 (08:23)6
Da durchbrichst du eine Mauer des Schweigens, aber sehr gut gemacht und vor allem tendenziell richtig. Aber beispielsweise lässt sich WebDesign nicht so ohne Weiteres von SEO trennen, wenn es natürlich von Google auch direkt nicht bewertet wird. Eine gutes Design leitet den Besucher beispielsweise auf bestimmte Art und Weise zu den Produkten oder zum Service einer Webseite und nimmt so Einfluss langfristig auf die natürlichen Besucherzahlen.
Und über Backlinks sowie DoFollow und NoFollow könnten sich ganze Universitäten streiten. Allein die Tatsache, dass viele nicht richtig informierte Seiten- oder Blogbetreiber sich an der Anzahl der Backlinks messen, ohne eine Qualitätskontrolle durchzuführen, zeigt, dass dieses Thema immer noch starken Nachholbedarf hat. Im Übrigen diskutiert die SEO Gemeinde immer mal wieder, ob Tipps und Ratschläge öffentlich diskutiert werden sollten. Was deutlich zeigt, dass da Investitionen (ihr Wissen) geschützt werden soll. Dabei sollte jeder Seitenbetreiber wissen, dass SEO, wenn überhaupt, nur langfristig messbar ist.
Markus Arlt am 17. January 2010 (11:11)7
@Manu Ich habs eingestellt, das Lob gehört den Verfassern des Artikels. Mit dem Design stimm ich Dir voll und ganz zu. Ich sag ja, über manche Punkte lässt sich disskutieren. Zum Theme Tipps veröffentlichen Ja oder Nein, geht ja gerade eine Blogparade durchs Netz. Letzendlich kann man, denk ich, soviele Tipps veröffentlichen wie man will, in diesem Bereich wird es immer unterschiedliche Meinungen geben. Desweiteren ist SEO auch an immer neue Aufgabenstellungen gebunden. Tipps die heute Goldwert sind, taugen morgen vielleicht schon nichts mehr.
Markus Bauer am 18. January 2010 (09:38)8
@Markus A., danke für’s Aufgreifen. Ja, die Formulierungen im Artikel sind fast so plakativ und teilweise auch provokativ, wie die genannten Irrtümer populär sind. Nichtsdestotrotz sind die Aussagen im Kern – unserer Erfahrung nach – voll zutreffend. Und falls a) Werbeagenturen oder b) Webdesigner sich ungerecht behandelt fühlen … Hier kommt der Trost: a) Ja, SEO und AdWords können sich hervorragend ergänzen. b) Ja, wenn auf das “organische” oder AdWord-Snippet geklickt wurde, ist die Stunde der Usability gekommen – wobei Webdesign m.E. immer noch viel zu selten als Mittel zum Zweck verstanden und entsprechend umgesetzt wird. LG, Markus B.
SEOux Indianer am 18. January 2010 (10:09)9
Hi Markus,
es handelt sich bei #1 nicht um die Google Maps, sondern um das LBC (Local Business Center), also die Lokalen Branchenbuch Einträge, die jede Firma kostenlos anlegen kann. Dort angenommen zu werden kann jedoch bis zu zwei Wochen dauern. Doch selbst diese Wartezeit ist bedeutend kürzer, als zu Mittelstarken Keys organisch auf 1 zu ranken.
Zu #6 muss ich klarstellen, dass PageRank so oder so das Ranking nicht beeinflusst. Wenn ich zum Keyword “Hightech” ranken möchte, aber meine Seite 70.000 Mal nur mit “Markus Arlt” oder “Klick hier” verlinkt wird, werde ich zwar ‘nen feinen PageRank bekommen, aber irgendwo bei den letzten 600.000 Ergebnissen rumkrebsen.
Auch die anderen Punkte sind ein bisschen ungenau formuliert, um das mal so auszudrücken. Wer diese SEO Irrtümer aufgeschrieben hat, verbreitet weiterhin gefährliches Halbwissen. :)
SEOux
Markus Bauer am 18. January 2010 (11:13)10
Lieber Benjamin, offensichtlich kennst auch Du die Technik der Dramatisierung (“gefährliches Halbwissen”), um auf etwas (in diesem Fall wohl das eigene Besserwissen bzw. die eigene Website) aufmerksam zu machen. Du als erfahrener SEOux hattest aber nicht wirklich gedacht, dass das Thema SEO bzw. Irrtümer auf 100 Zeilen annähernd abschließend abzuhandeln ist, oder etwa doch? Weitere Kommentare bzw. inspirierende Diskussionen gerne (und um den Rahmen hier nicht zu sprengen ggf. am besten über PN) – nachdem Du Dir erst die Irrtümer 5 und 6 und dann Deine Ausführung zum Thema PR nochmals genau durchgelesen hast … Mit hoffentlich den eigenen Blick nicht vernebelnden Rauchzeichen, Markus B.
Markus am 19. February 2010 (10:06)11
Zu Irrtum Nr. 5: Hier irrst Du wahrscheinlich. Da macht es der Mix. Aber solche Rechnungen ein PR5 Link = 1000 PR1 Links sind sicherlich so nicht richtig.
Grüße
Markus